Aug/090
Angespielt: Darkest Of Days Demo

Age of Empires war seiner Zeit weit voraus. Per Cheat konnte man sich damals bereits schier unbesiegbare Sci-Fi-Kämpfer erschaffen, die im Alleingang Horden von speertragenden Altertümlern niedermähten. Der Ego-Shooter Darkest Of Days baut das Prinzip sogar noch aus,denn hier metzelt man sich mit großkalibrigen Superwummen durch Konflikte der Weltgeschichte. Das Spiel, entwickelt vom gänzlichen unbekannten Team 8monkey Labs, ist in knapp vier Wochen erhältlich, die Demo kann man auf Steam jedoch jetzt schon ausprobieren. Impressionen hinter dem Umbruch.
Los geht's als Amerikaner bei Little Big Horn ohne große Überraschungen. Man kämpft gegen die übermächtigen Indiandermassen und fragt sich, warum man eigentlich nur eine popelige Pistole in der Hand hält, wo die Screenshots doch mit großem MG und Super-Shotgun gelockt haben. Doch kurz vor dem eigenen Tod öffnet sich ein glitzerndes Portal und man wird in ein futuristisches Labor gewarpt. Um die abgedrehte Spielidee zu rechtfertigen, muss leider die Handlung als erstes Opfer dran glauben: Da niemand die Schlacht auf US-Boden überlebt, sind wir der ideale Kandidat, um für eine ominöse, von einer Frau namens "Mother" angeführte Firma einige Diskrepanzen in der Zeitlinie zu beseitigen. Und das tut man natürlich, indem man High-Tech-Arsenal in das alte Amerika bringt.

Nunja. Nach einem kurzen Training, in dem die genreübliche Steuerung locker von der Hand geht, bekommt man den Auftrag, im Unabhängigkeitskrieg einen Soldaten in Sicherheit zu bringen. Warum, wieso und weshalb erfährt man nicht, stattdessen geht's gleich nach Levelbeginn auf Schienen durch die hübsch gestaltete Grafik - ausgestattet mit einer steinzeitlich anmutenden Flinte, in deren Nachladezeit man bequem Kaffee kochen kann. Erst für die zweite Hälfte des Auftrages bekommt man die langersehnte MG in die Hand gedrückt, mit der ironischen Aufforderung, die gegnerische Armee "in ihrer Größe etwas anzupassen".
Der erste Eindruck bleibt während der gesamten Demo hängen: Stark gescriptete Schlauchlevel sind befüllt mit Unmengen von strunzdummen Gegner, ganz so wie ein Serious Sam oder Call of Duty. Das muss prinzipiell nichts Schlechtes sein, denn die Atmosphäre ist trotz der etwas eingestaubten Grafik ungemein stimmig, das Szenario relativ unverbraucht (in der Vollversion geht es auch in die Schützengräben des Ersten Weltkrieges und ins alte Rom) und nicht zuletzt schießt man mit einer Vollautomatik auf wehrlose Rotröcke. Schon allein deswegen ist es die Demo wert, einmal angespielt zu werden. Inwiefern aber das originelle Prinzip im fertigen Spiel motivieren kann, bleibt fraglich, zumal sich Darkest Of Days als Vollpreistitel auch an den Genregrößen messen lassen muss.


