Sep/090
Left 4 Dead 2-Boykottierer boykottieren den Boykott
Ich habe eine Weile überlegt, ob ich tatsächlich darüber schreiben soll, aber alleine diese Schlagzeile rechtfertigt die Meldung. Oder? ODER? Nun ja. Jedenfalls kennen wir alle die Steam-Gruppe L4D2 Boycott, die zu jenen Internet-Graswurzelbewegungen gehört, über die man entweder lachen oder weinen kann, oder die man am besten einfach ignoriert. Die beiden Gründer und Administratoren der Gruppe wurden von Valve persönlich in die Firma eingeladen, um sich ein Bild über Left 4 Dead 2 und die Weiterentwicklung von Content für den ersten Teil zu informieren. Und nach ihrer Rückkehr ließen sie ihre strikte Boykott-Haltung fallen, erklärten, dass ihre bisherigen Ansichten nicht ganz richtig waren und beziehen dafür jetzt Prügel am virtuellen Internet-Pranger.
Nun kann man sagen, dass es mich ja nichts anginge. Left 4 Dead hat mich enttäuscht, aber aus anderen Gründen, sodass mich weder zusätzliche Download-Inhalte noch ein zweiter Teil großartig interessieren. Bemerkenswert finde ich aber trotzdem mit wieviel Ahnungslosigkeit und Halbwissen im Internet vehement verbal geschimpft, gemeckert und gedroht wird. Gerade die Diskussionen um den - für viele Leue verfrühten - zweiten Teil enthielten ungezählte emotionsgeladene Schimpftiraden, die alle besonneneren Stimmen übertönt haben. Valve hat sich in der ganzen Angelegenheit nicht mit sonderlich viel Ruhm bekleckert und muss sich immer noch fragen lassen, ob L4D2 wirklich ein Vollpreistitel ist, aber wie manche die Steam-Macher zum größten Erzfeind des Abendlandes stigmatisieren wollen, ist noch viel lächerlicher. Leute, es ist nur ein Spiel.


