H1Z1 wurde begeistert erwartet und reiht sich nahtlos in die Kost der Zombie-Survival-Sandbox-Spiele ein. Der Titel ist derzeit in der Early-Access-Phase bei Steam erhältlich. Lohnt der Kauf?

Der derzeitige Trend zu Survival-Games verschafft Genre-Fans eine gigantische Auswahl. Minecraft-Klon 7 Days to Die und der Zombie-Survival-Vorreiter DayZ zählen sicherlich zu den bekannteren Vertreten. Sie alle befassen sich trotz ihres unterschiedlichen Spielcharakters mit der schlurfenden, virenverseuchten Ex-Menschheit. H1Z1 reiht sich hier als Konkurrent von DayZ als Survival-MMO ein und ist derzeit in der Early-Access-Phase bei Steam erhältlich.

Bekannte Kost

In H1Z1 finden wir uns zu Beginn erneut mit nur minimaler Ausrüstung mitten im Nirgendwo wieder. Neben Hunger und Durst müssen wir zudem mit, im Falle von H1Z1 aber eher vereinzelt auftretenden, Zombies klarkommen. Die nebelige Umgebung schafft zwar eine düstere Stimmung, verschleiert aber auch etwas die fehlende grafische Qualität. Immerhin steht bereits ein Beleuchtungspatch auf dem Plan, der die Grafik deutlich aufhübschen wird.

Auf der Suche nach Ausrüstung wird man relativ schnell fündig. Den Motorradhelm auf dem Kopf, die Machete in der Hand und ein paar Dosen Nahrung und Flaschen Wasser im eben gefundenen Rucksack, schon fühlt man sich etwas sicherer. Doch was nun?

Je nach gewähltem Server muss man sich entweder stark vor anderen Spielern in Acht nehmen (PVP) oder kann sich jetzt in Ruhe um die Crafting-Möglichkeiten und den Basisbau kümmern. Letzteres geht natürlich auch auf einem PVP-Server, ist mit der Angst im Nacken, dass jederzeit jemand um die Ecke kommen könnte, aber schwieriger. Spätestens nachdem man zum dritten Mal ohne Vorwarnung von einem „Mitspieler“ erschossen oder erschlagen wurde, erwacht der Neanderthaler in einem und man geht ebenso auf andere Spieler los, um ihnen das mühsam ersammelte Zeug wieder abzunehmen. Gefällt einem dieses Vorgehen nicht, wechselt man auf einen PvE-Server und kann sich anderen Aufgaben widmen.

Crafters Digest

Wir suchen uns also eine ruhige Ecke, um uns das Crafting-Menü anzuschauen. Eine Handvoll Rezepte können wir schon. Die meisten aber müssen wir erst entdecken. Das passiert, indem die Ressourcen wie Holzbretter oder Metallschrott einfach in ein Entdeckungsfeld gezogen werden. H1Z1 sagt uns dann, was wir damit herstellen können. Um komplexere Rezepte zu entdecken, muss man natürlich wissen – oder ausprobieren – welche Teile dafür benötigt werden. Das Internet ist uns hier aber schon weit voraus und stellt diese Informationen ziemlich gut zusammen.

Fürs Crafting werden zum Teil aber auch ein Lagerfeuer, ein Grill oder ein Schmelzofen benötigt. Haben wir zum Beispiel dreckiges Wasser gesammelt, können wir dieses abkochen und anschließend gefahrlos trinken. Fleisch von erlegten Tieren lässt sich auf dem Grill zubereiten und der Metallschrott im Schmelzofen zu Barren zu verarbeiten. Das Ganze klingt sehr komplex, ist aber aufgrund der noch ziemlich begrenzten Rezepte eher übersichtlich.

Was ist eigentlich unser Ziel?

Übersichtlich sind auch die Möglichkeiten, die dann folgen. Der Basisbau funktioniert; entweder mit eigenen Hütten oder mit verschlossenen Türen in vorhandenen Häusern. Aber was dann? Auf einem PvP-Server kann man vielleicht um die Weltherrschaft kämpfen, aber im PvE? Spätestens hier fehlen ein paar frische Ideen im Genre.

Eine Möglichkeit wären Quests wie „Finde ein Heilmittel!“ oder „Errichte eine Basis für Zivilisten“. Interessant wäre auch, Zombies spielen zu können und so ein Duell zwischen dem kümmerlichen Menschenrest und den rasenden Zombies entsteht. Das würde das Zusammenspiel der Menschen fördern. Solche Möglichkeiten fehlen aber, so dass es doch nur ein weiteres Survival-Game auf der langen Liste der ohnehin schon bekannnten Kost ist.

Das Potenzial bei H1Z1 ist sicher da. Vor allem Genre-Fans könnte das Spiel fesseln, aber das trifft auch auf DayZ zu. Keines der genannten Games hebt sich von der Konkurrenz ab.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich H1Z1 während der Early-Access-Phase entwickelt. Eine breite Community zusammen mit Sony Online Entertainment Daybreak Game Company könnte durchaus dazu führen, dass mehr Rezepte und mehr innovative Ideen eingeführt werden und man so zum führenden Survival-Game wird. Um aber einen H1Z1-Virus über die Gamer zu verbreiten, muss Daybreak mutigere Schritte gehen und sich von der Konkurrenz absetzen, sonst sind viele bereits immun.