Der Kurzfilm-Wettbewerb zu Dota 2 ist einer der Meilensteine, die die Käufer des Kompendiums freischalten konnten. Wegen insbesondere einer Regel füllt sich der Wettbewerb derzeit aber vor allem mit Replaymüll.

Ich weiß, wie kreativ die Community von Steam sein kann. Ich habe schon viele Stunden mit witzigen, atemberaubenden und auch dramaturgisch erstklassigen Kurzfilmen verbracht, die die Werke von Uwe Boll, der sich mit Til Schweiger etwa an Farcry versuchte, allesamt wie einen trockenen, auf dem Weg in die Freiheit verhungerten Furz riechen lassen. Das ist aber auch nicht sonderlich schwierig. Insbesondere die Saxxy Awards haben mir vorgeführt, welch grandiosen Talente unter den vielen Steam-Usern zu finden sind. Entsprechend stieg die Vorfreude, als Valve im Zuge des The International 2015 einen Kurzfilm-Wettbewerb ausrief.

Nach den gut 30 Minuten, die ich mich durch meine ersten beiden Vorschlagslisten des Wettbewerbs geklickt habe, hängt mir eben jener aber bereits jetzt zum Hals heraus. Gerade würde ich mich lieber dem Binge-Watching der Lindenstraße ergeben, als noch weitere Kurzfilm-Ergüsse der Community ertragen zu müssen. Schuld sind Valves Wettbewerbsregeln.

Die Regeln des Wettbewerbs sind denkbar einfach gehalten. Die Beiträge zum Wettbewerb dürfen nicht länger als eine Minute sein, mindestens in 720p auflösen und dürfen eine beliebige Kombination aus Animation und Realfilm darstellen. Jedes IP von Valve darf für die Kurzfilme missbraucht werden, der Kurzfilm muss sich aber auf Dota 2 beziehen und die Videos müssen explizit für den Wettbewerb erstellt worden sein. Der Source Filmmaker kann, muss aber nicht verwendet werden, um die Beiträge zu erstellen.

Mit dem Passus hinsichtlich des Filmmakers hat Valve der Community allerdings keinen Gefallen getan und so ist der Wettbewerb längst mit Müll in Form von Replays geflutet. Weil der Filmmaker nicht vorgeschrieben ist, können die Teilnehmer einfach gähnend langweilige bis mitunter hohle Replays aufnehmen und als ihren Beitrag einreichen. Waren die ersten Filme meiner Liste noch mit guten Ideen bestückt, denen es schlussendlich oft nur ein wenig am Feinschliff für ein hervorragendes filmisches Erlebnis fehlte, folgten anschließend fast ausschließlich lahme Zusammenschnitte bisheriger Turniere oder die pestigen Replays. Mal sind sie mit Fail of the Week überschrieben, mal zeigen sie angeblich besonders spaßige Momente und hin und wieder ist nicht mehr zu sehen, als ein Held der durch die Wildnis von Dota 2 streift. Zeit- und Byteverschwendung.

Ich habe jetzt drei Möglichkeiten. Erstens: Ich lasse mir eine weitere Liste erstellen und hoffe, dass sich darunter endlich die ersehnten Kurzfilm-Perlen befinden. Zweitens: Ich gebe mir drei Staffeln Lindenstraße am Stück und hoffe damit, den Replay-Schrott aus meinem Gedächtnis ätzen zu können. Drittens: Ich warte ab, bis die anderen Community-Mitglieder den ganzen Schrott aussortiert haben und schaue am Ende des Wettbewerbs nur die Crème de la Crème an. Letztere wird’s wohl werden.