Fortress Forever ist kein billiger Abklatsch von Team Fortress 2, sondern sogar einen Monat älter. Seit einigen Tagen ist der Nachfolger des Ur-Team Fortress bei Steam erhältlich – kostenlos.

Bei Valve ist es Tradition, sich mit Spieleprojekten so viel Zeit zu lassen, wie für deren Fertigstellung eben benötigt wird. „It’s done, when it’s done“ scheint in die Gene eines jeden Valve-Mitarbeiters einkodiert zu sein. Und nicht ohne Grund wird allgemein von der Valve Time gesprochen, ein Zeitparadoxon, das ausschließlich im Umkreis von Valve Gültigkeit besitzt. Den Grundstein für diese Legende legte Valve selbst. Die Demo zu Half-Life kam neun Monate, Half-Life selbst zehn Monate zu spät. Dieses Schema zieht sich durch die gesamte Unternehmenschronik.

Auch Team Fortress 2 macht da keine Ausnahme. Das Ur-Team Fortress erschien 1996 als Mod für Quake. Valve gefiel das Konzept des teambasierten Shooters und heuerte die Programmierer kurzfristig an. Eigentlich sollten sie Team Fortress 2 auf Basis von Half-Lifes Goldsrc-Engine bereits 1998 veröffentlichen. Mehrmals verschob man den Termin, im Jahr 2000 war es noch immer nicht verfügbar. Erst über sieben Jahre später, geschlagene neun Jahre nach dem ursprünglich avisierten Termin, landete Team Fortress 2 am 10. Oktober 2007 dann tatsächlich auf den Festplatten der Spieler.

Ganze sechs lange Jahre hatte Valve über Team Fortress 2 geschwiegen. Zwischen 2000 und 2006 erlangte das Spiel irgendwann den Status der Vaporware. Niemand rechnete mehr mit einer Fertigstellung. Einige Fans des Ur-Team Fortress wollten sich damit nicht zufrieden geben und machten sich 2004 selbst daran, einen Nachfolger zu programmieren: Fortress Forever. Fortress Forever wurde auch fertig, allerdings erst einen Monat bevor Valve Team Fortress 2 schlussendlich auf den Markt brachte. Für Fortress Forever ging unter dem Ansturm auf TF2 unter.

Das ist bald acht Jahre her. Umso erstaunlicher ist es, dass vor wenigen Tagen Fortress Forever als kostenlose Mod bei Steam erschien. Fortress Forever entspricht fast exakt dem Ur-Team Fortress und ist damit weit entfernt von dem comicartigen 1960er-Jahre-Agenten-Look, den wir von Team Fortress 2 kennen und viele auch lieben. Mit dem Wechsel zu Steam wurde die Version des Spiels auf 2.5.0 angehoben und damit auch einige Änderungen umgesetzt. Zudem ging das Spiel Open-Source.