Gabe Newell hat sich den Fragen der Steam-User bezüglich bezahlter Mods gestellt. Wenn sie schon angepisst sind, dann sollen sie es doch bitte aus den richtigen Gründen sein, erklärte er die Intention für seine Reddit-AMA. Hier die Highlights.

Valve steht seit Donnerstagabend mal wieder im Mittelpunkt zahlreicher hitzig geführter Debatten unter Spielern, Entwicklern … eigentlich der gesamten Internetcommunity. Denn am Donnerstagabend führte Valve eine neue Funktion bei Steam ein. Modder dürfen ihre Spielemodifikationen seitdem per Steam Workshop verkaufen. Entweder gegen einen Festpreis oder nach dem Zahl-was-Du-willst-Modell. Der Verkauf von Mods war in dieser Form bislang nicht möglich. Stattdessen waren die über 600.000 Modifikationen für Spiele wie Cities: Skylines, Civilization 5 oder Skyrim fast ausschließlich kostenlos. Shitstorm incoming.

Wenn sie angepisst sind, dann bitte aus den richtigen Gründen

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, mit einem solchen Sturm umzugehen: Entweder man duckt sich, versucht den kübelweise geworfenen Exkrementen auszuweichen und eine weiße Weste zu behalten. Oder man stellt sich breitbeinig hin und unternimmt den Versuch, die aufgebrachte Horde zu besänftigen. Wer wäre besser für eine solche Konfrontation geeignet, als der G-Man? Entsprechend hielt Gabe Newell bei Reddit eine Ask-me-anything-Runde ab, um sicherzugehen, dass die aufgebrachte Menge zumindest aus den richtingen Gründen angepisst ist. Allerdings lief die Fragerunde erst einen Tag verspätet ab, weil His Gabeness sich zuvor einem chirurgischen Eingriff unterziehen musste, der nicht im Zusammenhang mit dem Shitstorm stand.

Nachzulesen ist diese AMA-Runde hier. Ein paar Highlights haben wir nachfolgend aber herausgepickt.

Spenden-Option: Ein Reddit-User fragte, was Valve von einem Spenden-Button halte, mit dem die Steam-User also freiwillig entscheiden könnten, ob sie für eine Mod bezahlen möchten oder nicht. Gabes Antwort darauf fiel recht eindeutig aus: „We are adding a pay what you want button where the mod author can set the starting amount wherever they want.“ Einen Spenden-Button gibt es also in Form des Zahl-soviel-Du-willst-Buttons. Wie Gabe etwas später ausführte, können die Modder zudem als unterste Grenze auch 0 US-Dollar festlegen. Von der Funktionsweise her entspricht dies dann einem Spenden-Button, wenn der Modder die Optionen richtig setzt.

Exklusivität: Die Betreiber von alternativen Modquellen wie ModDB und Nexus befürchten, dass Spieleentwickler von den Moddern Exklusivität fordern könnten, so dass Mods nur noch offiziell über den Steam Workshop verkauft werden dürften. Laut Gabe will Valve in dieser Hinsicht keine Regeln festlegen. Sollte es so kommen, dann ist das eben so. Exklusivität hält Gabe aber für eine ganz schlechte Idee. Und man werde Publisher darauf hinweisen, wenn sie etwas Dummes machen sollten.

Valve steht zu Mods: Gabe weiß sehr genau, was Valve an der Modding-Community hat und wie wichtig diese für die eigenen Spiele sowie als Rekrutierungsmaßnahme für Mitarbeiter ist. „About half of Valve came straight out of the MOD world. John Cook and Robin Walker made Team Fortress as a Quake mod. Ice frog made DOTA as a Warcraft 3 mod. Dave Riller and Dario Casali we Doom and Quake mappers. John Guthrie and Steve Bond came to Valve because John Carmack thought they were doing the best Quake C development. All of them were liberated to just do game development once they started getting paid. Working at Waffle House does not help you make a better game.“ Viele Mitarbeiter von Valve haben als Modder angefangen. Darüber hinaus entstand ein sehr großer Teil der von Valve aktuell gepflegten Spiele aus Mods, etwa Counter-Strike, Team Fortress und Dota.

Verbesserungen: Ob man plane, das ganze Bezahlsystem für Mods nochmal zu überdenken, fragte ein Reddit-User. Gabe: „Sure. We review stuff all the time. I’m here as part of that process.“

Umsatzbeteiligung: An anderer Stelle hatte ich bereits erwähnt, dass Valve 30 Prozent und Bethesda satte 45 Prozent des Umsatzes aus dem Mod-Verkauf für Skyrim vereinnahmen. Gabe bestätigte nochmal, dass jeder Entwickler für jedes Spiel einzeln festlegt, wie hoch der eigene Umsatzanteil und somit der Anteil für die Modder ist.

Ziel: Einer der Fragensteller, selbst Modder für Skyrim, postuliert, dass Modding weiterhin eine freie Community-Struktur bleiben sollte. Wird Geld ins Spiel gebracht, dann wird es zu einem Business und verliert den Community-Charakter. Darauf Gabe: „Our goal is to make modding better for the authors and gamers. If something doesn’t help with that, it will get dumped. Right now I’m more optimistic that this will be a win for authors and gamers, but we are always going to be data driven.“

Motivation: Viele Reddit-User wollten wissen, was die Motivation für die Einführung bezahlter Modifikationen ist. „The goal is to increase the total investment the community makes in extending its games. We thought we were missing some plumbing that was hampering that“, lautete Gabes Antwort darauf.