Die SteamVR ist eine Virtual-Reality-Brille, die aber nicht von Valve sondern von HTC entwickelt wurde und auf den Namen Re Vive lautet. Derzeit kann sie mit besseren technischen Daten aufwarten als die Oculus Rift.

Während einer Pressekonferenz auf dem Mobile World Congress, der gerade im spanischen Barcelona stattfindet, hat HTC neben neuen Smartphones auch die HTC Re Vive vorgestellt. „We will bring you a virtual reality experience no one has seen before, with a ground breaking partner – Valve“, verkündete Peter Chou, CEO von HTC. Zum Vorschein kam dabei eine Virtual-Reality-Brille, die in Partnerschaft mit Valve entwickelt wurde und die exakt der Brille entspricht, deren Schemen auf Valves SteamVR-Ankündigung zur GDC 2015 zu sehen war.

SteamVR ist also keine Eigenentwicklung von Valve, sondern wurde von HTC entwickelt und wird vom Smartphone-Riesen auch hergestellt. Vor dem Hintergrund, mit welchen Verzögerungen die Entwicklung des Steam Controllers verlaufen ist, eine sehr sinnvolle Entscheidung.

Re Vive, die technischen Daten

Die technischen Daten der HTC Re Vive klingen derweil vielversprechend. Das Display löst je Auge mit 1200 mal 1080 Bildpunkten auf, was einer Gesamtauflösung von 2400 mal 1080 Pixeln entspricht. Das Display liefert ferner eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hz. Beide Faktoren sind wichtig, weil sie sich als entscheidend für ein gut verträgliches VR-Erlebnis herausgestellt haben.

Rein diese beiden Eckdaten betrachtend, ist die Re Vive der Oculus Rift derzeit schon um einige Pixel und Hertz überlegen. So erreicht die Oculus Rift DK2 nur 960 mal 1080 Pixel je Auge – insgesamt also Full-HD – und eine Wiederholfrequenz von 75 Hz. Zumindest sind das die Daten des Development Kit 2.

In puncto Tracking schlägt die Re Vive die Oculus Rift aber um Längen. Mit der Re Vive vor dem Gesicht könnt Ihr den Kopf in jede beliebige Richtung rundherum rotieren und neigen und Euch sogar bewegen, ohne dass das Tracking abbricht. Vorausgesetzt ihr haltet Euch innerhalb eines Bereichs von 4,6 mal 4,6 Meter auf. Immerhin erfolgt die Erfassung dabei sogar auf ein zehntel Grad genau. Bei der Oculus Rift gibt es dahingegen nur einen recht engen Erfassungsbereich, der durch die Kamera vorgegeben wird, die auf dem Monitor platziert werden muss und die Positionierung der Brille erfasst.

Zudem soll die Re Vive laut HTC mit „verblüffend klarer Audio-Wiedergabe“ aufwarten. Lautsprecher sucht man an der Developer Edition jedoch vergebens. Stattdessen findet sich an der Brille schlicht ein normaler Audioanschluss, an dem sich der bevorzugte Kopfhörer einstöpseln lässt. Eine insofern sinnvolle Lösung, weil einem so die Wahl zwischen geschlossenen, leicht aufliegenden oder In-Ohr-Kopfhörern bleibt.

Content für die Re Vive

Spiele, die die SteamVR-Plattform unterstützen, sind bereits angekündigt. Namentlich sind das Job Simulator, The Gallery: Six Elements, vermutlich Train Simulator von Dovetail Games, Omega Agent, World of Diving, ein bislang ungenanntes Spiel von Steel Wool Games sowie I am Bread und Surgeon Simulator. Es wird aber nur eine Frage von Tagen sein, ehe einige andere Spieleentwickler ebenfalls ihre Unterstützung für SteamVR bekannt geben, etwa Valve mit Half-Life 2.

„Unsere Zusammenarbeit mit HTC wird durch den gemeinsamen Wunsch angetrieben, das überzeugendste und umfassendste VR-Erlebnis zu produzieren“, äußerst sich Ken Birdwell von Valve. HTC hat aber nicht nur Valve ins Boot geholt, sondern auch noch Inhaltspartnerschaften mit HBO, Lionsgate Entertainment, Google und dem National Palace Museum in Taiwan geschlossen. Das verspricht hochwertige VR-Inhalte für die Brille.

Mit der Re Vive reiht sich HTC neben Samsung, Sony und Oculus ein. Laut offiziellen Angaben will man die HTC Re Vive sogar noch vor Ende dieses Jahres bereits als Consumer-Version auf den Markt bringt. Bei der auf der GDC gezeigten Version wird es sich hingegen noch um das Developer-Kit handeln. Dann fehlen ja nur noch die Headcrab-Cover.