Nach dem neuen Steam-Nutzungvertrag verzichten Steam-User künftig explizit auf ein 14-tägiges Rückgaberecht. Außerdem verstößt der Einsatz von Steam Family Sharing nicht mehr gegen die Regeln.

Die größte Lüge, die wir tagtäglich meist sogar mehrfach aussprechen? „Hiermit bestätige ich, dass ich die Lizenzbedingungen gelesen habe“. Klar, bei diesen oft langen Riemen braucht man viel Zeit und Geduld. Will man sie dann doch lesen, plagt man sich mit verklausulierten Formulierungen, die selten eindeutig zu verstehen sind. Allerdings kann es sich lohnen, doch hin und wieder einen genaueren Blick in die Lizenzbedingungen zu werfen. Das gilt inbesondere dann, wenn sie nachträglich geändert wurden.

Steam Family Sharing ist jetzt legal

Auch Valve hat für Steam mal wieder einen neuen Nutzungsvertrag aufgelegt und gleich mehrere wichtige Passagen geändert. So war es bislang etwa verboten, Dritten die Nutzung des eigenen Steam-Accounts zu gewähren. Man durfte als seine Zugangsdaten nicht an Freunde weitergeben, den Account nicht verkaufen und niemandem den Steam-Account zur Nutzung überlassen.

Wer etwa aber das von Valve eingeführte Steam Family Sharing genutzt hat, verstieß damit genau gegen diese Regelung, weil der Steam-Account anderen zur Nutzung überlassen wurde. Diese Passage hat Valve angepasst und nimmt nun solche Fälle von der Verbotsregel aus, denen Valve ausdrücklich zugestimmt hat. Damit ist das Steam Family Sharing also ab sofort legal.

Beta-Versionen nicht zum Spielekauf verwenden

Neu ist auch die Ausformulierung zum Einsatz von Beta-Versionen. Bislang hieß es seitens Valve, dass Beta-Software ausschließlich auf eigenes Risiko eingesetzt wird. Ab sofort wird stattdessen geraten, dass Beta-Versionen lediglich zu Test- und Verbessungszwecken genutzt werden sollten. Und man solle außerdem vollständige Backups der Systeme pflegen, auf denen Beta-Versionen eingesetzt werden sowie darauf verzichten, mit der Beta-Version Einkäufe zu tätigen.

Rückgaberecht wird abgetreten

Wer zuletzt hoffte, Valve könnte irgendwann mal die Rückgabe von Spielen vereinfachen, muss sich nun gut festhalten. Denn unter Punkt 3 geht es genau darum und um das gewohnte 14-tägige Rückgaberecht des Fernabsatzgesetzes. Was zunächst allerdings so klingt, als würde Valve den Steam-Usern künftig eine problemlose und kostenlose Rückgabe von Spielen nach dem Kauf einräumen, wird kurz darauf enttäuscht. Stattdessen treten Käufer exakt dieses 14-tägige Rückgaberecht künftig ab. Entscheidend dafür sind nämlich Häkchen, mit dem man während des Kaufvorgangs den Nutzungsvertrag bestätigt sowie der Klick auf „Kaufen“.

Auf das 14-tägige Rückgaberecht verzichtet man bei Steam explizit.
Auf das 14-tägige Rückgaberecht verzichtet man bei Steam explizit.

Im Kaufendialog heißt es jetzt: „Durch Klicken auf ‚Kaufen‘ stimmen Sie zu, dass Valve Ihnen sofort den Zugang zu diesen digitalen Inhalten gewährt, ohne die vierzehntägige Widerrufsfrist abzuwarten. Sie verzichten damit ausdrücklich Ihr Widerrufsrecht.“ Dieses Absatz wird Valve allerdings noch leicht verändern, denn dort fehlt kurz vor dem Satzende noch ein „auf“.

Diese Neuregelung des Steam-Nutzungsvertrags ist übrigens vollkommen in Ordnung, weil der Gesetzgeber es Händlern mittlerweile freistellt, von den Kunden diesen Verzicht einzufordern. Einen einfachen und schnellen Vergleich zwischen dem alten und neuen englischen Lizenzvertrag gibt es hier. Hier findet Ihr hingegen die deutsche Version des Nutzungsvertrags, ohne Vergleich.