Ohne große Ankündigung hat Valve die Länderbeschränkungen für Steam-Spiele nochmal deutlich verschärft. Spiele lassen sich ab sofort und zudem rückwirkend nur noch in dem Land spielen, in dem sie gekauft wurden.

Die Preise für Spiele bei Steam variieren und orientieren sich immer an der Kaufkraft eines Landes. So sind Spiele in Brasilien, Russland, Südost-Asien und der Ukraine deutlich günstiger als in Ländern wie Deutschland, Frankreich und den USA. Dieses Preisgefälle ließ sich ausnutzen. Steam-User in Niedrigpreisländern kauften Spiele einfach günstig ein, legten das Spiel als Geschenkkopie ins Inventar und verschenkten es dann per Steam an User in Hochpreisländern. Eine Win-Win-Situation für die beiden Steam-User.

Im Dezember 2014 hatte Valve die Nutzungsbedingungen von Steam allerdings angepasst. Demnach war genau dieses Vorgehen, also günstig kaufen und dann verschenken, nicht mehr erlaubt. Valve ergriff dagegen sogar Maßnahmen und belegte in Niedrigpreisländern gekaufte Spiele mit einer Länderrestriktion.

Länderrestriktionen  bei Geschenkkopien. Quelle: Imgur

Die Länderrestriktion besagte, dass Spiele nur noch in dem Land einem Steam-Account hinzugefügt werden können, in dem es auch gekauft wurde. Allerdings galt diese Schranke nur für die Aktivierung. Hat man sich etwa in einem Niedrigpreisland wie Brasilien mit einem Steam-Account eingeloggt, ein Spiel gekauft und dann dort dem Account hinzugefügt, dann konnte man sich später mit diesem Steam-Account meist problemlos in Deutschland einloggen und das Spiel daddeln.

Häufig griffen Steam-User als Umgehung der Aktivierungsschranke auf VPN-Zugänge zurück, um ihre wahre Herkunft zu verschleiern und sich etwa als Brasilianer auszugeben. Das verstößt übrigens klar gegen die Nutzungsbedingungen von Steam.

Verschärfte Länderbeschränkung verbietet das Spielen

Wie zahlreiche User jetzt bei Reddit berichten, scheint Valve aber eine weitere Sperre aktiviert zu haben. Die in Niedrigpreisländern gekauften Spiele lassen sich nämlich nur noch dann spielen, wenn man sich auch tatsächlich in diesem Niedrigpreisland selbst befindet. Die Änderung gilt nicht nur ab sofort, sondern rückwirkend für alle seit Dezember 2014 gekauften Spiele. Valve hat diesbezüglich noch keine offzielle Mitteilung verschickt.

Die neue verschärfte Länderbeschränkung hat allerdings noch eine andere Auswirkung und bestraft auch solche Steam-User, die sich vollkommen legal verhalten haben. Lebt ein Steam-User etwa in einem Niedrigpreisland und kauft dort ganz regulär seine Spiele für sich selbst, dann kann er diese ab sofort nicht mehr außerhalb seines Landes spielen. Brasilianer, die etwa ihren Urlaub oder ein Auslandssemester in Deutschland verbringen oder sogar hierher umziehen, können sich also von dem Gedanken verabschieden, in Deutschland ihre Steam-Spiele zu konsumieren.

Hinzu kommt, dass sie sich nicht einmal die deutsche Version eines Spiels als Ersatz kaufen könnten, weil sich das Spiel bereits in ihrer Bibliothek befindet und erst manuell vom Steam-Support entfernt werden müsste.

  • Mist, ich habe sehr oft bei Keyhändlern gekauft, das könnte jetzt böse enden. Vor allem rückwirkend ist echt übel.

  • Andreas Ringlstetter

    Betrifft AFAIK nur Spiele bei denen auch schon die Aktivierung eine Regionsbeschränkung hatte. Spiele die ohne VPN aktiviert werden konnten, haben auch keinen Regionlock beim Spielen.