Viele Steam-User unterstellen schon lange, dass manche Steam-Kuratoren und Broadcaster von Sponsoring profitieren. Das ist dem geänderten Steam-Nutzungsvertrag nach aber – unter einer Bedingung – vollkommen in Ordnung.

Im Rahmen des neuen Steam-Nutzungsvertrags hat Valve auch eine umfangreiche Regelung in Sachen Sponsoring von User-generierten Inhalten getroffen. Anstatt Sponsoring pauschal zu verbieten, entschied sich das Unternehmen für eine offensive und alle Seiten in Einklang bringende Lösung. Sponsoring ist deshalb erlaubt. Allerdings muss dieses Sponsoring, in welcher Form es auch erfolgen mag, den Adressaten deutlich mitgeteilt werden.

Die entscheidende Passage findet sich unter Abschnitt 6 (VOM BENUTZER GENERIERTE INHALTE) in Absatz C des Steam-Nutzungsvertrags: „Wenn Sie Steam-Leistungen (z.B. die Steam-Kuratoren-Listen oder die Steam-Rundfunkleistungen) zur Bewerbung von Produkten, Leistungen oder Veranstaltungen im Austausch für eine beliebige Form von Gegenleistung eines Dritten (einschließlich nichtmonetärer Belohnungen wie etwa Freispiele) nutzen, müssen Sie Ihren Adressaten die Herkunft der betreffenden Gegenleistung klar und deutlich mitteilen.“

Diese Regelung ist nicht komplett neu und wurde im letzten Jahr in ähnlicher Form bereits wegen der Steam-Kuratoren eingeführt, um bezahlte Empfehlungen kenntlich zu machen. Mit der neuen Version des Steam-Nutzungsvertrages hat Valve die Sponsoring-Regel auf die Broadcaster und somit Let’s Player erweitert. Gleichzeitig dürfte die Regelung auch Steam Greenlight betreffen, etwa dann, wenn Spieleentwickler für positive Stimmen zu ihren Titeln kostenlose Kopien der Spiele in Aussicht stellen.

Ansichtssache

Problematisch ist, dass Valve einen großen Interpretationsfreiraum lässt, was die klare und deutliche Mitteilung der Gegenleistung betrifft. Müssen Broadcaster zu Beginn der Übertragung auf die fremdunterstützte Tätigkeit mit Worten hinweisen? Was ist, wenn Zuschauer erst später reinschalten und den Anfang somit nicht mitbekommen haben? Müsste deshalb ein Text wie „Sponsored Broadcast“ oder „Dauerwerbesendung“ dauerhaft eingeblendet werden?

Valve könnte und müsste den Steam-Usern hier entgegenkommen, indem es einige Hilfestellungen und Best Practices formuliert oder sogar entsprechende Funktionen im Steam-Client bereitstellt.

Fraglich ist, ob Valve das erlaubte Sponsoring auch auf die Steam-Reviews bezieht. Schließlich ist eine Steam-Review auch ein vom Benutzer generierter Inhalt. Und die sind mittlerweile beliebter als etwa der Metascore. Steam-User könnten im Gegenzug für eine positive Bewertung eines Spiels Merchandising-Artikel, Steam-Keys oder sogar Geld erhalten. Das würde das Meinungsbild aber verfälschen. Schlimmer noch: Steam-User könnten von Fremden gar für negative Steam-Reviews von Spielen entlohnt werden. Sie müssten schlussendlich nur darauf hinweisen, dass Ihre Bewertung, egal wie sie ausfällt, gesponsort wurde.