Der Verkauf von Spielemodifikationen über den Steam Workshop sorgt derzeit für kontroverse Meinungen. Dabei hat Valve genau die richtige Entscheidung getroffen. Unverschämt ist die geringe Umsatzbeteiligung der Content Creator.

Content Creator dürfen ab sofort selbst entscheiden, ob ihre Spielemodifikationen im Steam Workshop kostenlos oder kostenpflichtig angeboten werden. Das kommt nicht ganz unerwartet, betont Valve doch schon seit Monaten, wie viel Wert das Unternehmen auf Benutzer-generierte Inhalte lege, wie sehr es die Leistung der Community schätze und wie entscheidend diese Inhalte sein können, um einem Spiel zu einem langen Lebenszyklus zu verhelfen.

Richtige Entscheidung von Valve

Die Entscheidung über den Preis für eine Modifikation in die Hände der Content Creator zu legen ist nicht nur ein nachvollziehbarer Schritt von Valve, es ist in meinen Augen der einzige richtige. Haben Modder bislang vor allem aus Ruhm an ihren Mods gearbeitet, können sie jetzt mit ihrem Hobby sogar Geld verdienen – oder zumindest einen gewissen Teil ihrer Kosten decken. Bedenkt man, dass einige Modder teilweise Stunden in ihre Projekte investieren, ist das nur fair. Gleichzeitig entsteht ein ganz neuer Markt um Spiele herum, der auf lange Sicht sogar ganz hervorragende Erweiterungen und Projekte fördern kann.

Cities: Skylines ist das beste Beispiel für die Liebe, die einzelnen Spielen aus der Community entgegengebracht wird und einen wichtigen Teil zum Spielspaß beitragen. Innerhalb von Stunden nach dem Release wurden bereits etliche Modifikationen per Steam Workshop angeboten, vor allem neue Gebäude. Sogar ehemalige Simcity-Designer beteiligten sich an der Arbeit und lieferten grandiose Einzelstücke. Die Kapitalisierung der Benutzer-generierten Inhalte wird noch weitere professionelle Designer und Entwickler anlocken. Davon profitieren am Ende die Spieler.

Content Creator erhalten Almosen

Wäre da nur nicht der wenig nachvollziehbare Umstand, dass die Content Creator lediglich mit dem Winzanteil von gerade einmal 25 Prozent abgespeist werden. Höchstens ein Viertel der für eine Modifikation gezahlten Euronen gehen also tatsächlich an diejenigen, die die Arbeit geleistet haben. Die restlichen 75 Prozent heimsen Valve und die Entwickler des eigentlichen Spiels ein.

Diese 25 Prozent schrumpfen nochmal erheblich. Waren mehrere Personen an der Entwicklung einer Modifikation beteiligt, wird der ohnehin kleine Umsatzanteil nämlich unter diesen Personen aufgeteilt. Von diesen Einnahmen forder auch der Fiskus etwas ein. Am Ende bleibt unter Umständen nur sehr, sehr wenig für die Content Creator übrig. Bei einer Modifkation, die für 0,43 Euro verkauft wird, dürften es im Höchstfall wohl nur 6 Cent sein.

Selbstverständlich fallen Valve durch die Bereitstellung der Inhalte über die eigene Infrastruktur Kosten an. Die exakt gleichen Kosten entstehen Valve aber auch, wenn die Modifikationen kostenlos angeboten würden. Ein 75-Prozent-Anteil – auch wenn er etwa im Falle von Skyrim zwischen Valve und Bethesda aufgeteilt wird – ist dennoch unangemessen.

Bethesda gönnt sich den Löwenanteil

Immerhin scheint die Umsatzbeteiligung nicht fix von Valve vorgegeben zu sein. So findet sich in den Workshop-Zusatzbestimmungen – Umsatzbeteiligung folgender, wichtiger Absatz: „Die Höhe der prozentualen Beteiligung am bereinigten Bruttoumsatz, auf die Sie Anspruch haben, wird vom Entwickler/Herausgeber desjenigen Anwendungs-Workshops bestimmt, in dessen Rahmen Sie Ihren Spielbeitrag eingesendet haben (nachfolgend ‚Herausgeber‘ genannt), und wird auf der betreffenden Workshop-Seite definiert.“

Es liegt also auch in den Händen der Publisher, wie viel vom Kuchen für die Modder übrig bleibt. Valve nimmt die bei Steam üblichen 30 Prozent. Das geben auch die Publisher und Entwickler eines Spiels an Valve ab, wenn ein Spiel über die Plattform verkauft wird. Ein Teil von den 30 Prozent geht ohnehin als Spende an verschiedene Modding-Communities. Dass im Falle von Skyrim aber nur 25 Prozent der Einnahmen an die Modder gehen, darf hingegen auf Bethesda zurückgeführt werden. Sie genehmigen sich den Löwenanteil von üppigen 45 Prozent.

  • Flower_Child

    ernsthaft?!