Die Steam-Foren sind voll mit Beiträgen, in denen Steam-User darüber klagen, Opfer von Betrügern geworden zu sein. So schützt Ihr Euch und erkennt rechtzeitig Freundschaftsanfragen von Scammern.

Steam lebt nicht nur von der großen Auswahl an Spielen, sondern auch von den Community-Funktionen, allen voran die Freundesliste. Auf einen Namen der Liste geklickt, lassen sich so Freunde schnell zu einer Partie Counter-Strike oder Civilization einladen, ohne lange in Lobbies herumsuchen zu müssen.

Wer schon etwas länger bei Steam unterwegs ist, sich hier und da in den Foren oder Gruppen beteiligt, der wird recht schnell auch Freundschaftsanfragen von Personen erhalten, die er persönlich gar nicht kennt. Viele dieser Anfragen sind harmlos und von Spielern, auf die Ihr mal in der ein oder anderen Partie gestoßen seid. Einige dieser Anfragen stammen aber von Personen, die Euch schlicht betrügen wollen.

Kommentare prüfen

Erhaltet Ihr von einer fremden Person eine Anfrage, dann nehmt diese nicht sofort an. Werft stattdessen zunächst einen Blick auf das Profil der Person. Ruft dazu die Freundesliste auf. Unter Einladungen stehen alle neuen Freundschaftsanfragen. Klickt hinter dem Namen auf das Dreieck und wählt aus dem Menü „Steam-Profil anzeigen“ aus. Ist das Profil zugänglich, dann sehr Ihr die kürzliche Spielaktivität des Users, wann er zuletzt online war und eventuell welche Freunde er hat.

Scrollt runter bis zum Bereich „Kommentare“. Handelt es sich um einen Betrüger und sind schon andere Steam-User auf ihn reingefallen, dann findet ihr in der Regel eindeutige Kommentare unter seinem Profil. Die können kurz und knapp „Scammer“ für Betrüger lauten, „-Rep“ als Hinweis für eine negative Reputation oder ganz klar davor warnen, mit ihm zu handeln.

Spätestens jetzt solltet Ihr die Anfrage „Ignorieren“ oder den User gleich komplett „Blockieren“.

Indizen: Fehlendes Avatarbild

Solltet Ihr auch positive Kommentare finden, dann lasst Euch davon nicht ablenken. Es kann sein, dass der Account mit anderen Betrüger-Accounts verbunden ist und mit diesen Accounts positive Kommentare hinterlassen wurden. Eventuell wurde der Account auch gehackt und die Kommentare stammen aus einer Zeit vor dem Hack, als der Account noch nicht von einem Scammer missbraucht wurde. Fehlen eindeutige negative Kommentare oder gibt es auch viele positive Kommentare, dann prüft einfach die möglichen Indizien.

So läppisch es klingen mag, ein Profilbild oder Avatar ist ein solches Indiz respektive das Fehlen eines solchen. Wir Menschen, insbesondere wir Spieler, neigen dazu, Dinge zu komplettieren. Das bedeutet auch, dass wir unsere Profile in solchen Netzwerke gerne mit Avataren oder unseren Lieblingsspielen anreichern. Betrüger haben eher selten Muße, ein Profil zu vervollständigen.

Indiz: Niedriger Steam-Level

Auch der Steam-Level ist ein aussagekräftiges Indiz. Denn in der Stufe aufsteigen kann nur, wer Sammelkarten für Abzeichen einlöst. Das ist wiederum mit viel Zeitaufwand verbunden. Der Steam-Level ist aber nur ein Indiz. Auch ein Steam-Account, der recht weit aufgelevelt war, kann gehackt worden sein und nun missbraucht werden.

Indiz: Nur Free-to-Play-Spiele

Ein Indiz sind auch die Anzahl und Art der Spiele. Accounts von Scammern werden gesperrt, sobald der Betrug erkannt wurde. Für die Scammer lohnt es sich daher nicht, dem Account kostenpflichtige Spiele hinzuzufügen, weil dies einen direkten Verlust bedeutet. Hat ein Account daher vornehmlich oder fast ausschließlich Free-to-Play-Spiele und ist die Spielzeit für diese dann auch nur sehr gering, dann darf man skeptisch werden. Beachten sollte man dabei aber, dass es auch viele Spieler gibt, die tatsächlich nur wegen der Free-to-Play-Titel einen Account bei Steam haben.

Steam Reputation

Zudem kann Euch die Webseite SteamRep – und die Betonung liegt auf kann – weiterhelfen. Sie ruft das Steam-Profil eines Users ab und teilt Euch mit, ob es bereits einen VAC- oder Handelsbann gibt oder gab.

Dazu benötigt Ihr allerdings die Steam-ID des Users. Der im Profil angezeigte Name reicht nicht aus. Falls bei Euch die URL im Steam-Fenster nicht gezeigt wird, dann klickt das Profil in Steam mit der rechten Maustaste an und wählt „Seiten-URL kopieren“ aus. Fügt die URL in Notepad oder einem Webbrowser ein und kopiert Euch die lange Zahlenfolge vom Ende der URL heraus.

Diese Steam-ID gebt Ihr dann bei SteamRep und startet eine Suche danach. Die Seite ruft das öffentlich zugängliche Profil ab und hilft nur dann weiter, wenn das Profil nicht auf privat gestellt ist.

Mit einem Klick auf „Search SteamRep Forum“ könnt Ihr aber eine Suche im Forum von SteamRep nach der Steam-ID und eventuellen Kommentaren zu dem User starten. Gleiches funktioniert per Mausklick auch für Google und Reddit.

Was tun bei privaten Profilen?

Nicht selten sind die Profile von Betrügern aber auf privat geschaltet und somit nicht einsehbar. Der Kommentarbereich lässt sich dann kaum dazu nutzen, um die ehrliche Intention der Freundschaftsanfrage zu prüfen. Dann könnt Ihr auf Risiko gehen und die Anfrage annehmen.

Unterbreitet Euch der neue Kontakt danach sofort Handelsangebote, dann könnt Ihr ihn noch immer von der Kontaktliste streichen. Klickt in solchen Fällen auf keinen Fall auf einen Link, der Euch geschickt wurde.

Melden

Wurdet Ihr hingegen von einem Steam-User betrogen, dann meldet ihn, hinterlasst einen Kommentar auf seinem Profil und warnt so andere Steam-User davor, ebenfalls betrogen zu werden. Wendet Euch außerdem an den Steam-Support. Die brauchen manchmal etwas länger für eine Antwort, können Euch aber unter Umständen helfen, falls Ihr Opfer eines Betrugs wurdet.

Und schlussendlich könnt Ihr natürlich bei SteamRep einen entsprechenden Kommentar zum User hinterlassen.

  • Pc Spieler

    Also ich habe sehr, sehr strikte Kriterien, was meine „Freundes“liste angeht. Zum einen werden, und da bin ich wie VALVE und habe eine Null Toleranz, VAC geannte Nutzer nicht akzeptiert, will solche Leute nicht haben und zum anderen akzeptiere ich auch keine Leute, die mir eine Anfrage senden, nur weil wir gerade in der selben Lobby sind.

    Ich miste meine Liste auch regelmäßig eh aus, warum sollte man Leute drinnen haben, mit denen man eh nie spielt. Habe nach 2 Jahren PC spielen nur eine handvoll auf meiner Liste, und das bleibt auch so.

  • Hallo Mark,
    eine Frage hätte ich jetzt aber doch. Auf welche Weise kann mir ein Betrüger denn schaden? Irgendwie ist das im Artikel nicht schlüssig erklärt,
    Freundschaftsanfragen von Fremden lehne ich grundsätzlich ab, aber es wäre trotzdem interessant zu wissen, was im übelsten Fall passieren kann.

    Lieben Gruß

    • Eine direkte Gefahr entsteht dadurch nicht. Aber sobald andere Steam-User auf der Freundeliste stehen, haben sie ganz andere Einblicke in Dein Steam-Profil und Interaktionsmöglichkeiten. Sie können etwa Chatnachrichten absetzen, über die sich dann auch manipulierte URLs oder URLs zu Phishing-Webseiten verschicken lassen. Die Gefahr entsteht dann durch einen unbedachten Mausklick. Zudem gab es einen Exploit, mit dem sich Handelsangebote – die eigentlich als sicher galten – austricksen ließen, siehe Exploit: Nicht mit Personen mit einem fast vollen Inventar handeln. Es geht also vor allem um Prävention.