Seit Neuestem gibt es 1200 SteamOS-Spiele. Damit hat sich die Auswahl an Linux-kompatiblen Spielen in nur wenigen Monaten mehr als verzehnfacht. Große Titel wie Grand Theft Auto 5 oder The Witcher 3 fehlen aber noch immer.

Vor eineinhalb Jahren hätten wohl nur die wenigsten damit gerechnet, dass man unter Linux mal mehr als eine Handvoll Spiele zur Auswahl hätte. Dann kam Valve, kündigte SteamOS an und das Angebot explodierte förmlich. Seit Neuestem gibt es über 1200 SteamOS-Spiele – also Titel im Angebot bei Steam, die unter Linux und dem auf Linux basierenden SteamOS laufen. Dabei ist SteamOS noch gar nicht in der finalen Version verfügbar, hat der Spielewelt unter Linux aber dennoch einen gehörigen Aufschwung verschafft.

Windows 10 mit DirectX 12 kommt noch vor SteamOS mit Vulkan

Nicht jeder Linux-User wird allerdings vom Angebot der SteamOS-Spiele überzeugt sein. Weiterhin sind es vor allem Indie-Titel, die den Sprung auf das alternative und kostenfreie Betriebssystem schaffen. Große Namen wie Grand Theft Auto 5 oder The Witcher 3 fehlen derzeit. Das liegt unter anderem auch an der Basis. Anders als unter Windows, dort in Form von DirectX, fehlt unter Linux und SteamOS ein einheitliches, leistungsfähiges und definitives Framework. OpenGL ist veraltet. Mit Vulkan befindet sich zwar bereits ein Nachfolger in der Entwicklung, die Fertigstellung dauert aber noch. Spätestens zum geplanten Launch von SteamOS im Herbst 2015 müsste Vulkan fertig sein und müssten auch die verbreiteten Grafikengines portiert sein, damit Valves Spiele-Linux nicht schon vor dem Launch die Puste ausgeht. Denn ohne brauchbare Basis werden nur wenige Hersteller ihre Spiele portieren und ohne brauchbares SteamOS werden unter Umständen die Steam Machines floppen.

Ebenfalls kritisch: Microsoft hat heute bekanntgegeben, wann Windows 10 erscheinen wird. Und zwar schon am 29. Juli 2015, also in nicht einmal mehr zwei Monaten. Damit wird Windows 10 noch vor SteamOS fertig. Mit an Bord von Windows 10 wird das nagelneue DirectX 12 sein, die Verheißung für alle Gamer und deren Hardware. Aussagen von Entwicklern und ersten Benchmarks nach wird DirectX 12 nämlich eine gehörige Portion bislang sinnlos verpuffter Leistung aus der vorhandenen Hardware herausholen und direkt den Spielen bereitstellen. Eine um 20 Prozent höhere Framerate soll dabei problemlos möglich sein – ohne die Hardware tauschen zu müssen.

Linux verliert, Windows gewinnt

Schon in den vergangenen Monaten konnte sich Windows laut Steam-Hard- & Software-Umfrage weitere Marktanteile sichern. Der Anteil stieg im April um 0,32 Prozentpunkte auf gigantische 95,81 Prozent an. Quasi alle Spielerechner laufen mit Windows. Der Anstieg geht zwangsläufig zu Lasten von Mac OS X und Linux. Nur 3,16 Prozent der Steam-User spielen unter Mac OS X (0,23 Prozentpunkte Verlust) und nur magere 0,94 Prozent unter Linux (0,11 Prozentpunkte Verlust).

Microsoft lockt die Computer-User zudem gerade mit kostenlosen Upgrades von Windows 7 und 8.1 auf Windows 10. Seit heute kann sich jeder sein kostenloses Windows 10-Upgrade mit einem Mausklick auf das Windows-Symbol in der System Tray reservieren. Hier werden viele Spieler zuschlagen, allein wegen des potenziellen Leistungszuwachses in Form von DirectX 12. Kann Windows 10 die Spielerschar überzeugen, dann werden diese sicherlich nicht auf ein Linux-System wechseln. Gut vorstellbar, dass aus den Steam Machines dann einfach Windows 10 Machines mit einem Steam-Client im Big Picture Modus werden.

Windows 10 kommt Ende am 29. Juli 2015, das Upgrade ist kostenlos. Dank DirectX 12 wird es zudem eine gehörige Portion Leistungsschub geben, ganz ohne Hardwaretausch.
Windows 10 kommt Ende am 29. Juli 2015, das Upgrade ist kostenlos. Dank DirectX 12 wird es zudem eine gehörige Portion Leistungsschub geben, ganz ohne Hardwaretausch.

Fraglich bleibt dann, wie viele Spieleentwickler, die etwa mit einer eigenen Engine aufwarten, sich die Portierung ihrer Titel für Linux leisten können oder gar wollen. Momentan gehören unter 1,25 Millionen Steam-User zur Zielgruppe der Linux-Spiele. Selbst ein so gut verkaufendes und schon zahlreiche Sales durchlaufendes Spiel wie Skyrim haben nur knapp 9 Millionen Steam-User. Das entspricht rund 7,2 Prozent Marktanteil. Überträgt man diese 7,2 Prozent auf die sehr kleine Gruppe von Linux-Usern bleiben noch schätzungsweise 90.000 Käufer übrig. Bei unpopuläreren Spielen, die nicht von der großen Modding-Community profitieren, entsprechend noch weniger.

  • Daniel Kaiser

    Ja und von den 1200 Linuxtitel sind 35% Pixelquatsch und sorgen für Augenkrebs, 60% Japano Manga-/Animescheiss und lediglich knapp 5% ist wirklich Brauchbar. Zum Glück gibt es den „Nicht interesiert“-Button und verdammt diese Kackspiele in die ewigen Jagdgründe.