Badland ist die Portierung eines Smartphone-Spiels auf den PC und lässt bei vielen sicherlich zahlreiche Vorurteile aufkommen. Denen zum Trotz zeigt sich das Action-Adventure aber als abhängig machendes wie frustrierendes Spiel.

Badland ist ein seitwärts scrollendes Action-Adventure von Frogminds. Als fliegendes Waldwesen Clony versucht Ihr herauszufinden, was mit Eurem Wald passiert ist. Ihr seht Euch dabei schnell einer Vielzahl an tückischen Fallen, Puzzeln und Hindernissen gegenüber und kämpft im physikbasierten Gameplay schließlich auch um Euer Überleben. Das ursprünglich für Tablets und Smartphone entwickelte Spiel wurde als „Game of the Year Edition“ komplett überarbeitet auch für den PC verüffentlich. Meistens gehen solche Portierungen ja schief. Wir haben den Titel vorab für Euch getestet und verraten Euch, ob die Umsetzung für Steam gelungen ist.

Badland wirft Euch direkt ins Geschehen

Ohne eine Einleitung oder ein Tutorial setzt Euch Badland mitten im Geschehen im Wald ab. Die Steuerung über Gamepad oder Tastatur ist zwar instinktiv und wurde entgegen der ursprünglichen Version für die PC-Portierung überarbeitet. Anstatt Clony nur per Tap zu steuern, bewegt Ihr Euch mit den Pfeiltasten oder WASD nach links, rechts, oben und unten. Gegenüber der Mobilversion des Spiel habt Ihr somit mehr Freiheit für die Spielcharaktere. Allerdings basiert das System auf der ursprünglichen One-Touch-Steuerung und ist mir damit trotz Anpassung für Tastatur und Gamepad etwas zu ungenau.

Um im Wald überleben zu können benötigt Ihr Fingerspitzengefühl, Geschicklichkeit und gutes Timing. Auch die Power-Ups wollen sinnvoll eingesetzt werden, um zum Beispiel Eure Größe zu ändern und dadurch so klein zu werden, das Ihr auch durch den schmalsten Tunnel kommt. Ihr könnt Euch auch klonen, um so auf dem einen Weg etwaige Power-Ups zu sammeln und auf dem anderen Weg gleichzeitig Hindernisse passieren zu können. Das klingt zwar verwirrend, klappt aber im Spiel erstaunlich gut. Übrigens: Je mehr Klone Ihr um Euch schart und schafft aus dem Level mitzunehmen, je mehr Punkte gibt es.

Durch Erfahrung und Ausprobieren lernt Ihr, welches Power-up sich wie auswirkt, welche Objekte gefährlich sind und womit Ihr im Spiel interagieren könnt.

Retro-Koop-Modus

Die Steam-Version bietet neben 100 Single-Player-Leveln auch noch einen Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler. Allerdings handelt es sich hierbei um einen rein Lokalen-„Retro/Old-School“-Multiplayer: Ihr spielt zusammen mit Freunden an derselben Tastatur oder über eine Kombination von Gamepads und Tastatur. So könnt Ihr entweder zusammen die 100 Koop-Level meistern oder gegeneinander in 27 Multiplayer-Deathmatch-Leveln antreten.

Sucht oder Frust?

Die kurzen aber zunehmend schwierigeren Level sind schön gestaltet und machen Spaß. Den richtigen Weg zu finden und die Fallen geschickt zu umgehen, macht sogar süchtig. Allerdings kann es extrem frustrierend sein, wenn man sich zum abertausendsten Mal verschätzt, das Timing einfach nicht passen will, man zum unpassendsten Zeitpunkt an der Umgebung hängen bleibt oder schlichtweg zu langsam ist. Mein Controller flog das eine oder andere Mal in die Ecke, nur um dann wieder von mir herangeholt zu werden und das Level doch noch zu meistern.

Die Umsetzung des Tablet- und Smartphone-Spiels auf Steam ist wirklich gut gelungen. Sogar an die Errungenschaften und Sammelkarten wurde gedacht. Der einzige große Kritikpunkt ist der fehlende Online-Multiplayer. Die Retro-Multiplayer-Variante erinnert mich zwar an die alten Zeiten, wo man zu viert an einer Tastatur gesessen und viel Spaß hatte. Dass auf den Online-Multiplayer verzichtet wurde, ist für mich jedoch nicht nachvollziehbar.

Die Steam-Version von Badland: Game of the Year Edition ist ab dem 26. Mai 2015 für Windows, Linux und Mac OS X erhältlich. Die Version für die Playstation folgt am 27. Mai, die für die Xbox One wird am 29. Mai verfügbar sein. Eine Umsetzung für die Wii U ist erst für Ende Juni geplant.

[appbox steam 269670]