Das Rezept für Bounty Train: Zu einer großen Portion Strategie füge man Wilden Westen samt Cowboys und Indianer hinzu, würzt das mit Rollenspielelementen und Lokomotiven. Als Topping gibt’s eine nicht-lineare Story, historische Ereignisse und Elemente aus Wirtschaftssimulationen.

Bounty Train ist ein Early Access Spiel von Corbie Games und dem Publisher Daedalic Entertainment. Der Gernemix aus Strategiespiel mit RPG-Elementen sowie Eisenbahn- und Wirtschaftssimulation ist seit Ende August bei Steam verfügbar. Das Spiel ist dabei im 19. Jahrhundert in den USA – besser gesagt im Wilden Westen – angesiedelt.

Bounty Train – Erbe wem Erbe gebührt!

Kaum habt Ihr Bounty Train gestartet, erfahrt Ihr sogleich den Grund Eurer Spielmotivation: Der Vater ist gestorben und hat Euch einen Zug, eine Menge Geld sowie Anteile an seiner Bahnfirma hinterlassen. Man könnte die Kohle natürlich verprassen und im Privatzug feiernd durch den Westen der USA donnern. Ihr seid aber nicht die Alleinerben. Neben Euch halten sowohl Eure Geschwister wie auch die Geschäftspartner Anteile der Firma. Und während der Vater das Ziel hatte, eine kurze und preisgünstige Route zu bauen, planen die Geschäftspartner hingegen eine lange, transkontinentale Strecke quer durch die Indianer-Reservate. Die Auszahlung Eures Geldes ist an den Abschluss der Bahnstrecke geknüpft, welche Variante auch immer realisiert wird.

Egal ob Ihr nun das schnelle Geld sucht, die Route durch das Indianer-Reservat verhindern oder die Macht in der Firma erlangen wollt, Ihr müsst mit Euren Geschwistern und den Geschäftspartnern Eures Vaters Kontakt aufnehmen. Dafür fahrt ihr mit Eurem Zug durch das Nordamerika des 19. Jahrhunderts, sucht die Kontakte und versucht mit Handelsgeschick, Bestechung, Diplomatie oder Waffengewalt an Euer Ziel zu kommen.

Bounty Train – Reise durch den Wilden Westen

Die erste Hürde ist zunächst die Kontakte in den verschiedenen Städten überhaupt zu erreichen. Ihr habt zwar einen Zug, für die einzelnen Streckenabschnitte braucht Ihr aber Lizenzen. Und die kosten Geld. Die zweite Hürde: Ihr müsst den Aufenthaltsort der Personen erst einmal herausfinden. Um an das notwendige Geld und die Informationen zu kommen, habt ihr also keine andere Wahl, als Aufträge anzunehmen und zu erfüllen. So müssen Personen und Güter in der vorgegebenen Zeit von A nach B gebracht und verschiedene Waren gehandelt werden. Gleichzeitig versucht Ihr die Mehrheit an der Firma zu erlangen.

Mit zunehmendem Geld könnt Ihr sowohl Euren Zug verbessern, weitere Waggons kaufen und auch eine Crew anheuern. Gerade die Crew ist immens wichtig, da die Fahrt durch den Wilden Westen kein Zuckerschlecken ist. Auf jeder Route lauern Banditen und Indianer, seid Ihr mit Überfällen und anderen Gefahren konfrontiert. Bei einem Überfall zum Beispiel steuert Ihr den Zug und müsst auf die Strecke achten. Währenddessen steuert Ihr Eure Passagiere und Eure Crew, um den Angriff zurückzuschlagen, aus der Schusslinie zu gehen oder Feuer zu löschen, wenn ein Querschläger das Holz Eures Waggons oder gar die Waren in Brand gesetzt hat.

Nicht immer ist Waffengewalt zwingend notwendig. Mit dem nötigen Kleingeld könnt Ihr Euch freikaufen oder ein paar NPCs schmieren. Die Wahl Eurer Crew kann hier mit entscheidend sein. Heuert Ihr lieber Revolverhelden, Scharfschützen, Sprengmeister oder erfahrene Diplomaten an? Oder besser einen gesunden Mix aus allem? Die Wahl liegt bei Euch. Durch das Abschließen von Aufgaben und Lösen von Herausforderungen hagelt es für Euch und Eure Crew Erfahrung, die Eure Skills verbessern.

Während Ihr die Aufträge abarbeitet, erforscht ihr gleichzeitig das Nordamerika des 19. Jahrhunderts und erlebt wichtige historische Ereignisse der USA mit. Die ganze Story ist dabei nicht-linear aufgebaut und kann deshalb von Euren Entscheidungen beeinflusst werden. Welchen Kontakt Ihr aufsucht und welches Ziel Ihr verfolgt, bleibt euch überlassen.

Bounty Train – Fazit

Der Genremix mag zwar kompliziert klingen, aber es funktioniert und passt gut ins Setting. Neben dem Handeln und Wirtschaften bieten die Kämpfe eine gelungene Abwechslung. Die nichtlineare Stroy bietet die Freiheit, sich tatsächlich seinen eigenen Weg und eine eigene Strategie zu suchen.