Schon bevor das CSGO-Turnier zur Winter Dreamhack 2014 gestartet ist, macht es mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Schuld sind die Disqualifizierungen von zwei Teams.

Bei der Dreamhack ging’s ursprünglich ums Hacken und Coden. Und somit könnte man den Titel auch glatt als Aufforderung an die Turnierteilnehmer interpretieren, sich mit unlauteren Mitteln einen Vorteil zu verschaffen. Wen wundert es also, dass sich angeblich zwei Spieler des Turniers im Vorfeld eines Cheats bedient haben sollen. Leidtragende sind deren Teams, die von der Teilnahme am Turnier disqualifiziert wurden.

Titan adé

Einer der Beschuldigten ist Hovik „Kqly“ Tovmassian, der von Valves Anti-Cheat-Dienst gebannt und als Konsequenz von seinem Team Titan suspendiert wurde. Das ist die folgerichtige Entscheidung seitens der Teamleitung. Aufgrund des Bans von Kqly wurde aber auch das komplette Team Titan disqualifiziert und darf am Turnier nicht mehr teilnehmen. Eine herbe Maßnahme, wenn man bedenkt, dass nur ein Mitglied des Teams angeblich betrogen haben soll. So sehen es jedoch die von Valve festgelegten Turnierregeln vor.

Valve diskutiert nicht

Titans Teammanager Jérôme „NiaK“ Sudries versuchte Klarheit zu schaffen. Ohne Erfolg. Valve blockierte jede Kontaktaufnahme. VAC-Bans und die Details für den Ban werden von Valve nämlich generell nicht diskutiert. Das Problem ist, dass dem Team somit lediglich die Aussagen des gebannten Spielers vorliegen. Der beteuert selbsverständlich, dass er nicht gecheatet hat.

Dem Team ist es ohne Rückmeldung von Valve aber nahezu unmöglich, die tatsächlich Faktenlage herauszufinden und zu entscheiden, ob der Ban gerechtfertigt ist oder nicht. Sollte es etwa ein False-Positive gewesen sein, also ein Fehlalarm von Valve-Anti-Cheat, wäre der Ban um so fataler, weil eben das gesamte Team zu unrecht disqualifiziert wurde.

Sudries zieht entsprechend Parallelen zu Doping in anderen Sportarten. Auch damit verschaffen sich Sportler unfaire Vorteile, werden disqualifiziert und mit Strafen belegt und müssen, wie Lance Armstrong, mit der Aberkennung ihrer Auszeichnungen rechnen. Der kleine aber feine Unterschied: Selbst in Teamsportarten wird daraufhin nicht das gesamte Team von den Turnieren ausgeschlossen, sondern lediglich die dopenden Sportler bestraft. Zudem werden auch immer noch B-Proben überprüft, um False-Positives auszuschließen und offen das zur Last gelegte Vergehen dargelegt.

Auch Epsilon eSports wurde disqualifiziert

Wie Titan erging es auch Epsilon eSports. Dort hat Gordon „Sf“ Giry durch Valve-Anti-Cheat einen Ban erhalten, weshalb auch das Team Epsilon eSports von Valve disqualifiziert wurde und nicht mehr am Turnier teilnehmen darf.

ESEA lieferte entscheidende Hinweise

In der E-Sports-Szene macht sich nun Unsicherheit breit. Grund für den Ban sollen Erkenntnisse der ESEA gewesen sein, der größten wettbewerbsorientierten Gaming-Community in Nord-Amerika. Eric „lpkane“ Thunberg von ESEA erklärte, dass man die Erkenntnisse mit Valve geteilt habe und wohl noch einige weitere professionelle Spieler einen VAC-Ban kassieren werden.

Dass einzelne Spieler für Cheats gebannt und ausgeschlossen werden, ist richtig und notwendig, um auch E-Sports „sauber“ zu halten. Dass Valve komplette Teams wegen der Fehlentscheidungen einzelner Mitglieder von Turnieren ausschließt, könnte aber zum Niedergang etablierter Teams und deren Spielerpersönlichkeiten führen, weil sie somit gebrandmarkt werden und sie dieses Stigma nur noch schwer loswerden können.