Dota 2 Reborn ist Dota 2 auf Basis der Source 2, mit neuer Bedienoberfläche und den neuen Custom Games. Letztere werden künftig mit Panorama UI und Lua entwickelt und nicht mehr wie bisher mit Scaleform und Actionscript.

Mit Dota 2 Reborn unterzieht Valve sein MOBA einem kräftigen Refresh und setzt fort, was auch bereits in anderen Bereichen des Unternehmens als hohes Ziel gilt: nutzergenerierte Inhalte. Diese nutzergenerierten Inhalte sollen Dota 2 in Form von Custom Games bereichern. Dafür stellt Valve der Community zahlreiche neue Tools zur Verfügung und lässt ihr auch noch große Freiheiten. Laut Valve sollen die Custom Games nämlich kaum Grenzen kennen.

Von Blitz-Dota und Diablo-Klonen

Als mögliche Beispiele für Custom Games nennt Valve große Prügeleien genauso wie Dungeon-Abenteuer mit starker Hintergrundgeschichte. Um ein konkretes Beispiel präsentieren zu können, hat Valve das Custom Game Overthrow entwickelt. Anstatt bis zur Zerstörung einer der beiden Ancients zu spielen, läuft in Overthrow ein Timer ab. Die Spieler müssen versuchen, vor Ablauf des Timers so viele Kills wie möglich zu erreichen, um zu gewinnen. Overthrow stellt sich also als eine Art Blitz-Dota dar, für den kleinen Hunger zwischendurch. Ein weiteres Custom Game von Valve soll in den kommenden Wochen folgen.

Die Ausgangsbasis für die Entwicklung der Dota 2 Custom Games ist der Hammer Editor, der unter anderem ein neues Tile-System erhalten hat. Damit lassen sich Karten sehr schnell layouten und anschließend verfeinern. Mit jeweils integrierten Editoren für Modelle, Partikeleffekte und Material dürfen entweder vorhandene Objekte modifiziert oder wiederum neue erstellt werden. Dank integriertem Asset Browser soll die Verwaltung zudem übersichtlich bleiben. Verbessert hat Valve obendrein die Developer Console, die unter anderem mit mehr Debugging-Funktionen ausgestattet wurde.

Scripting per Lua

Damit Custom Games überhaupt möglich sind, musste Valve eine Scripting-Schnittstelle implementieren und hat sich für Lua entschieden. Lua ist in der Gaming-Welt stark verbreitet und wird unter anderem auch in World of Warcraft zur Programmierung von Add-ons eingesetzt. Die imperative Script-Sprache ist schnell zu erlernen. Dank der starken Verbreitung von Lua dürften sich auch recht schnell viele Custom Games für Dota 2 ansammeln.

Fast alle Funktionen des Spiels sollen sich per LUA ansteuern lassen, sowohl die Heldenfähigkeiten wie das Spawning von NPCs als auch Partikeleffekte und globale Spieleinstellungen. Selbstredend sind Event Listener implementiert, damit das Custom Game auf das Aufnehmen eines Gegenstandes genauso reagieren kann, wie Objekte, die Schaden nehmen. Ferner lassen sich eigene Event Listener definieren.

Für die Bedienoberfläche eines Custom Games hat Valve Panorama UI entwickelt, das auf einem webartigen Workflow basiert. Panorama UI nutzt XML, CSS und Javascript und lässt sich mit Lua verknüpfen. In die Bedienoberfläche können sich zudem 3D-Modelle und Partikeleffekte integrieren. Viele weitere Details gibt es unter developer.valvesoftware.com/wiki/Dota_2_Workshop_Tools/Beta_Release_Notes. Übrigens wird Panorama UI auch für den Big Picture Modus von Steam genutzt.

Der Wechsel auf Panorama UI und Lua bedeutet allerdings auch, dass existierende Modifikationen für Dota 2, die mit Scaleform und Actionscript entwickelt wurden, bald nicht mehr unterstützt werden.

Mit der Community gegen Heroes of the Storm

Als einer der größten Konkurrenten für Dota 2 gilt das neue Heroes of the Storm von Blizarrd. Blizzards MOBA ist nicht nur zugänglicher und kurzweiliger als Dota 2, es ist mit seinen unterschiedlichen Karten und Objectives auch noch abwechslungsreicher. Die Dota 2 Custom Games könnten nun ein Schritt sein, um das abwechslungsreichere Spielerlebnis aus HOTS auch nach Dota 2 zu holen und neben ambitionierten Spielern auch viele Gelegenheitsspieler anzulocken.