Rogue-like hier, Rogue-like da, Rogue-like überall – auch bei Daedalic. Mit Skyhill hat der Publisher ein Rogue-like-Survival-Spiel vom Entwickler Mandragora mit extrem hohem Suchtfaktor im Portfolio. Unser Review.

Skyhill

Wir sind Gast in einer luxuriösen Penthouse-Suite direkt unter dem Dach des namensgebenden Skyhill-Hotels und genießen die Zeit, den Zimmerservice sowie das vorzügliche Pay-TV-Angebot. Doch urplötzlich bricht der dritte Weltkrieg aus – und nach einem großen Knall ist alles anders. Der Pay-TV-Kanal sendet nicht mehr, der Zimmerservice hat arg an Qualität eingebüßt und das Klientel des Hotels durch die Anwesenheit von Mutanten und Monstern stark nachgelassen.

Im Grunde wäre das alles kein Problem, denn in der Suite sind wir sicher. Wären da nur nicht die schwindenden Vorräte und der anschwellende Hunger. Verdammter Zimmerservice – Trinkgeld gibt es keins mehr! Nur, was nun? Es gibt zwei Möglichkeiten: Sich durch hundert Stockwerke auf den Weg zum Erdgeschoss nach draußen machen, Essen suchen und Gefahr laufen getötet zu werden. Oder im Penthouse bleiben, um bei steigender Langeweile zu verhungern.

Der lange Weg im Skyhill nach unten

Ausgerüstet mit nicht viel mehr als den letzten Vorräten, unseren Fäusten und einem knurrenden Magen machen wir uns schlussendlich auf den Weg. Vor uns liegen 100 Stockwerke und wir wissen nicht, was genau uns dort erwartet. Wir bewegen und kämpfen dabei rein durch das Klicken mit der Maus. Der Hunger macht uns mit der Zeit immer mehr zu schaffen, denn mit jedem Raum, den wir unterwegs betreten, verlieren wir Nahrungspunkte. Es gilt also darauf zu achten, genug Nahrung zu sammeln, um nicht leidvoll zu verrecken.

Jedes Stockwerk wird vom Zufall generiert. Die Map ist daher zwar mit jedem Spiel neu, der Grundaufbau aer dabei immer gleich: Wir finden mittig das Treppenhaus mit Fahrstuhl vor und links und rechts davon je einen Raum, den wir untersuchen können. Die Räume sind teils verschlossen, so dass wir erst einen Schlüssel finden müssen. Der Fahrstuhl ist unsere Schnellreisemöglichkeit ins Penthouse und zu bereits erforschten Stockwerken. In einigen Stockwerken fehlt der Strom, so dass dort weder das Licht noch der Fahrstuhl funktionieren. Erst nachdem wir die Stromgeneratoren repariert habt, verfügen wir wieder über diese essenziellen Annehmlichkeiten einer postapokalyptischen Welt.

Mit den gefundenen Objekten aus den Räumen könne wir unsere Basis, das Penthouse, verbessern und Waffen, Nahrung oder andere nützliche Gegenstände herstellen. Anfangs sind die Möglichkeiten zum Craften stark beschränkt. Erst mit den nötigen Upgardes im Penthouse, wie zum Beispiel eine bessere Küche oder Werkbank, schalten wir neue Rezepte frei.

Natürlich laufen wir nicht einfach nur nach unten und durchsuchen die Räume. Unterwegs treffen wir sowohl im Treppenhaus als auch in den Zimmern auf verschiedenste Monster. Im rundenbasierten Kampf dreschen wir entweder hirnlos auf die Viecher ein oder attackieren gezielt empfindliche Stellen. Der verursachte Schaden fällt an letzteren natürlich deutlich höher aus, dafür sinkt die Trefferwahrscheinlichkeit entsprechend.

Für Entdeckungen und das Töten von Monstern erhalten wir Erfahrung, mit der wir unseren hungrigen aber nobel wohnenden Charakter verbessern können. Hier achten wir darauf, was unsere Waffen an Fertigkeiten voraussetzen und skillen in die entsprechende Richtung. Denn sterben wir, dann war es das. Endgültig. Permadeath. Verhungern wir oder zerfetzt uns ein Monster, heißt es nur noch „neues Spiel, neues Glück“.

Allerdings hat auch das seinen Vorteil. Durch die gesammelte Erfahrung schalten wir für das neue Spiel neue aktive und passive Vorteile frei, zum Beispiel „Sucht“, die uns immun gegen Gift werden lässt, bei Hunger aber unsere Lebenspunkte stärker schröpft als normal. Oder „Deduktive Methodik“, mit der wir jederzeit einen Blick durch die Wände des Stockwerks über und unter uns werfen können. So wird das Spiel von mal zu mal interessanter und variantenreicher.

Fazit

Skyhill ist simpel und dennoch fesselnd. Der zufallsgenerierte Aufbau sowie die neu verteilten Gegner und Gegenstände lassen jeden neuen Versuch zur Herausforderung werden. Es mag zwar wie ein kurzes Spiel für Zwischendurch wirken – was sind schon 100 Stockwerke? -, aber man kann die Maus einfach nicht aus der Hand lassen, erkundet Stockwerk um Stockwerk um Stockwerk. Wollte ich nicht gerade die Werkbank aufwerten und eine neue Waffe bauen? Ah, stimmt, es fehlt noch ein klein wenig Material, also wieder fix runter. Mist, gestorben … also gleich nochmal.

Skyhill ist am 6. Oktober 2015 bei Steam erschienen und zu einem Preis von 14,99 Euro erhältlich.