Galt ein privates Steam-Profil bislang als einer von vielen Indikatoren für einen Scammer oder Bot, werden jetzt vermehrt öffentliche Profile genutzt. Schuld daran ist Valves kürzlich eingeführter Mindestumsatz.

Viele bekommen tagtäglich Freundschaftsanfragen von Steam-Usern, die sie nicht kennen oder nicht zuordnen können. Einige dieser Freundschaftsanfragen stammen von Scammern und Bots, die dann versuchen, unvorsichtige Steam-User etwa mittels Handelsanfragen auszutricksen. Einer der Indikatoren, um die Freundschaftsanfragen von Scammern und Bots zu erkennen, war bislang der Status des Steam-Profils. Öffentliche Steam-Profil deuteten auf vertrauenswürdige Steam-User hin, private eher auf Scammer oder Bots. Dem ist aber nicht mehr so.

Seit Valve den Mindestumsatz von 5 US-Dollar eingeführt hat, damit bestimmte Community-Funktionen freigeschaltet werden, erstellen Scammer und Bots nämlich kaum noch neue Accounts. Sie setzen stattdessen vermehrt auf gekaperte Steam-Accounts. Diese Accounts weisen nicht selten eine lange Liste kostenpflichtiger Spiele auf, mit etlichen Stunden Spielzeit und vielen Freunden. Wer künftig also legitime Freundschaftsanfragen von böswilligen unterscheiden will, muss daher bei öffentlichen Profilen genauer hinsehen.

Profil genau ansehen

Sollten sich Scammer und Bots gekaperter Steam-Accounts bedienen, ist es sehr schwer abzuschätzen, ob es sich um eine legitime Freundschaftsanfrage handelt oder nicht. Ein Indikator können wenige Spiele und ein VAC-Ban sein. Wurde ein Steam-Account etwa dauerhaft von einem Spiel ausgeschlossen, dann hat sich der Eigentümer womöglich längst einen komplett neuen Account angelegt, um trotzdem weiterspielen zu können. Sein verwaister Account wurde dann vielleicht gehackt und wird für Betrügereien verwendet.

Beliebt bei Scammern und Bots sind auch sehr alte Steam-Accounts, die von ihren Eigentümern ebenfalls nur noch selten oder gar nicht mehr angefasst werden. Diesen Eigentümern fällt in der Regel gar nicht auf, dass Ihr Profil gehackt wurde und jetzt missbraucht wird. Weil solche Steam-Accounts schon vor langer Zeit erstellt wurden, haben sie vor allem alte Spiele in der Bibliothek, etwa Counter-Strike: Source. Finden sich neuere Spiele in der Bibliothek, sind es in der Regel kostenlose.

Schaut unbedingt in den Kommentarbereich. Wurde ein Steam-User bei einem vorherigen Handel betrogen, dann wird er sich recht schnell Luft machen und einen entsprechenden Text auf dem Steam-Profil hinterlassen. Wenn Ihr nach positiven Kommentaren sucht, dann ignoriert die älteren Datums und schaut stattdessen nur auf Kommentare aus den letzten Tagen.

Warum das Steam-Profil wichtig ist

Das Steam-Profil verrät eine Menge über einen Steam-User. So lässt sich etwa prüfen, welche Spiele er besitzt, wie viel Zeit er mit den einzelnen Spielen verbracht hat, welche Errungenschaften er freigeschaltet und welche Steam-Stufe er erreicht hat. Je länger ein Steam-User aktiv ist, desto mehr kostenpflichtige Spiele sind in seinem Besitz und desto mehr Informationen sind auf seinem Steam-Profil abzulesen. Auch Kommentare lassen sich dort abgeben. Oft wird hier etwa von anderen Steam-Usern bei erfolgreich verlaufenen Handelsangeboten positives Feedback in Form von „rep +1“ oder ähnliches gegeben.

Die Steam-Profile von Scammern und Bots enthalten in der Regel recht wenige Informationen. Die Accounts sind meist nur wenige Tage alt, weil sich Scammer und Bots immer wieder neue Profile erstellen müssen. Oft sind auch nur ein, zwei kostenlose Spiele zu finden, dann aber mit einer sehr langen oder sehr geringen Spielzeit. Das Steam-Level solcher Accounts ist eher niedrig, meist nur bis Stufe 7. Damit all diese verräterischen Details bei einer Freundschaftsanfrage nicht auszulesen sind, werden die Steam-Profile von den Scammern und Erstellern der Bots absichtlich versteckt.

Anhand welcher Merkmale entscheidet Ihr, ob Ihr eine Freundschaftsanfrage annehmt oder nicht?