Weder eine Kickstarter-Kampagne noch ein Open Alpha Event oder der Early Access Release brachten Grimoire Manastorm so viel Aufmerksamkeit ein, wie ein kurzes Steam Free Weekend. Die Verkaufszahlen des Indie-Titels explodierten.

Grimoire Manastorm ist ein Indie-Titel und hat das gleiche Probleme, wie die meisten anderen Indie-Titel auch. Es fehlt an Aufmerksamkeit. Bei der Fülle an Spielen die allein in diesem Jahr bei Steam veröffentlicht wurden, gehen zwangsweise viele Spiele komplett unter.

Wer auffallen und aus der Masse herausstechen will, muss sich also schon einiges einfallen lassen. Eine Kickstarter-Kampagne, ein Open Alpha Event und sogar ein Early Access Release bei Steam kommen einem da in den Sinn. Die brachten allerdings nicht den gewünschten Erfolg, wie Kyle Phillips von Omniconnection in einem Beitrag bei Gamasutra erläutert. Für andere PR- und Marketing-Maßnahmen fehlt es den Entwicklern wiederum schlicht an Kapital. Was tun?

Steam Free Weekend als Marketingmaßnahme

Es gab noch eine weitere, bislang nicht genutzte Option: ein Free Weekend. An einem Steam Free Weekend können Steam-User ein bestimmtes Spiel komplett kostenlos herunterladen und spielen. In der Regel laufen die Free Weekends von Donnerstag 19 Uhr bis Sonntag 22 Uhr. Das gibt den Steam-Usern genügend Zeit, ein Spiel sehr intensiv auszuprobieren. Gleichzeitig wird in der Regel auch eine Rabattaktion gefahren. Ist das Interesse des Steam-Users an dem Spiel geweckt, dann kann er es sich auch gleich noch zum Vorzugspreis kaufen.

Also feierte Omniconnection kürzlich ein Steam Free Weekend mit Grimoire Manastorm. Im Nachhinein kann Phillips nur positives berichten, obwohl das Free Weekend unter denkbar schlechten Voraussetzungen startete. Laut Phillips hatte Valve keinerlei Anstrengungen unternommen, das Free Weekend von Grimoire Manastorm zu bewerben. Die Steam-User wurden also nicht wie üblich mit einem Werbebanner beim Start von Steam oder auf der Startseite des Stores informiert. Stattdessen lief die Aktion quasi heimlich und unter dem Radar ab.

Dass es so kommen könnte, hatte Phillips bereits hinter vorgehaltener Hand erfahren. Entsprechend schickten die Entwickler selbst Pressemitteilungen heraus, worauf aber mit Ausnahme von Rock Paper Shotgun fast niemand mit einem Beitrag reagierte. Der Großteil der Spieler, die zum Steam Free Weekend in Grimoire Manatorm versanken, hatten also auf anderem Wege von der Aktion erfahren oder das Spiel selbständig bei Steam entdeckt. Dennoch war der Erfolg groß.

Viele Tester und sehr viele Käufer

Diesen Erfolg belegt Phillips mit eindrücklichen Zahlen. 115.262 Besuche konnte Omniconnection während des Free Weekend auf der Store-Seite von Grimoire Manastorm verzeichnen. In den Monaten zuvor waren es lediglich 6240 über Kickstarter, 38.510 durch das Open Alpha Event und 39.195 durch den Early Access Launch. Das Free Weekend sorgte also innerhalb von vier Tagen für deutlich mehr Besucher, als die bisherigen Maßnahmen in den Monaten zuvor zusammengenommen.

Zwei weitere Zahlen: Während des einen halben Monat laufenden Alpha Events wurden 8319 Keys an Tester verteilt. Während des viertägigen Free Weekends luden sich hingegen 57.506 Steam-User das Spiel herunter, also rund siebenmal so viele. Das entspricht bei 115.262 Seitenaufrufen einer Rate von 49,9 Prozent.

Wie viele Exemplare genau während des Steam Free Weekend verkauft wurden, verrät Phillips nicht. Als Größenordnung gibt er aber an, dass es in den vier Tagen des Free Weekend dreimal so viele Verkäufe waren, wie in der gesamten Zeit vor der Wochenendaktion. Vor dem Hintergrund, dass Valve die Aktion nicht beworben hat, für den Entwickler wenig bis keine Kosten angefallen sind, schlussendlich aber eine hohe Zahl an Exemplaren verkauft wurde, scheint ein Steam Free Weekend eine der besten Art der Werbung für ein Indie-Spiel zu sein.

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