Sergey Galyonkin von Steam Spy ist von der Datensammelwut gepackt und wertet aus, was das Zeug hält. Jetzt hat er errechnet, dass alle Steam-User zusammengenommen nur auf über 4 Millionen Jahre Spielzeit kommen.

Steam Spy nutzt die öffentlich zugänglichen Profile der Steam-User sowie die Steam-API, um verschiedenste Informationen über Steam sowie die Spieler selbst zusammenzutragen und diese Daten dann auszuwerten. So lässt sich dadurch mittlerweile recht genau sagen, wie viele Steam-User sich welches Spiel gekauft haben, die durchschnittliche Spielzeit errechnen und die Beliebtheit eines Spiels nach Ländern auswerten.

Jetzt hat Galyonkin in einem Tweet eine weitere interessante Zahl fallen lassen. Alle Steam-User zusammengenommen kommen mittlerweile auf über 4 Millionen Jahre Spielzeit. Das klingt im ersten Moment zwar gewaltig. Bei mehr als 125 Millionen Steam-Usern entspricht das im Schnitt aber nur knapp 11,7 Tagen oder 280 Stunden reine Spielzeit insgesamt pro Steam-User. Das dürfte bei einigen Steam-Usern allerdings schon allein die Spielzeit pro Monat sein, weshalb sie für den Rest nochmal deutlich niedriger ausfällt. Damit wird aber recht schnell klar: Viele der von Valve kommunizierten 125 Millionen Steam-User sind eher Karteileichen denn wirklich aktive Spieler.

Immanente Unschärfe

Möglich wird die Auswertung der Spielzeit, weil die öffentlichen Steam-Profile neben dem Inhalt der Steam-Bibliothek auch die jeweils mit dem Spiel verbrachte Spielzeit nennen. Galyonkin muss diese Einzelwerte also lediglich addieren. Weil aber nicht alle Steam-Profile einsehbar sind, handelt es sich bei den 4 Millionen Jahren schlussendlich nur um einen geschätzten und keinen exakten Wert. Diese Unschärfe zieht sich durch die gesamten Auswertungen von Steam Spy. Daher sollten die Zahlen immer als sehr gute Annäherung betrachtet werden.

Hinzu kommen Ungenauigkeiten in der Datenbasis. Das wird deutlich, wenn man sich etwa die Besitzverteilungen der Steam-Spiele ansieht. Den Daten von Steam Spy nach ist etwa Chivalry: Medieval Warfare unter den kostenpflichtigen das Spiel, das die Steam-User am häufigsten besitzen. Mit 23 Millionen Exemplaren schlägt es Unturned und Counter-Strike: Source um Längen. Wer jetzt stutzig wird, liegt richtig. Schuld an dieser Dominanz ist das abgelaufene Steam Free Weekend. Chivalry ist dadurch automatisch in die Bibliotheken der Steam-User gewandert und wurde somit nicht wirklich gekauft. In einigen Tagen dürfte sich das wieder relativiert haben.