Im Aufbaustrategiespiel Valhalla Hills dreht sich alles um Wikinger und einen göttlichen Baumeister. Zusammen wollen sie sich als ehrenhaft genug erweisen, um Einlass nach Asgard zu erhalten und mit Odin in Walhall zu feiern. Die Siedler-Gene sind erkennbar, interessante neue Spielelement aber ebenso.

Gottvater Odin ist in letzter Zeit ein wenig angenervt. Schuld sind einerseits die Wikinger. Die streben nur deshalb nach Ehre, weil sie nach ihrem Tod mit Odin in Walhall speisen und eine Party nach der anderen feiern wollen. Von solchen Möchtegernhelden hält Big O allerdings wenig und so weist er einen nach dem anderen ab.

Andererseits fühlt sich Odin auch von seinem Sohn Leko (Wichtig: Mit K, nicht mit G) genervt. Anstatt alles daran zu setzen, zu einem stolzen Krieger heranzuwachsen, beschäftigt sich Leko lieber mit der Baukunst. Dabei beweist Leko so viel Talent, dass Odin ihn zwar aus Asgard verbannt, ihn aber immerhin als Gott der Baumeister auf die Erde schickt.

Nach seinem Rauswurf versammelt Leko die abgewiesenen Wikinger um sich. Gemeinsam wollen sie Odin beweisen, dass sie würdig sind, in Asgard Einlass zu erhalten.

Valhalla Hills: Klassische Aufbaustrategie

Soweit zur Hintergrundgeschichte von Valhalla Hills, die zum Spiel eher eine lose statt zwingende Rahmenhandlung beisteuert. Schlussendlich müssen wir einfach viel, viel Ehre ansammeln, damit Odin uns – den Wikingern und Leko – den ersehnten Einlass gewährt.

Dabei entpuppt sich Valhalla Hills als klassisches Aufbaustrategiespiel. Als Spieler in der Rolle von Leko platzieren wir verschiedene Arten von Gebäuden, stets darauf bedacht, die Bedürfnisse unserer Wikinger zu erfüllen. Wenn die Wikinger Holz benötigen, errichten wir eine Holzfällerhütte. Damit schaffen wir einerseits einen neuen Arbeitsplatz, der alsdann automatisch von einem unserer freien Wikinger besetzt wird. Andererseits versorgen wir die Gemeinschaft mit dem Rohstoff Holz. Ein Steinmetz baut hingegen Steinblöcke ab, ein Jäger sorgt für Leder, der Fischer für Nahrung und so weiter.

Natürlich dürfen die typischen Ausbaustufen nicht fehlen. An einem Holzblock, einer Erweiterung der Holzfällerhütte, lassen sich etwa aus den grob geschlagenen Bäumen feine Planken fertigen, die wiederum für ganz bestimmte Arten besserer Gebäude benötigt werden. Auch frisch gebrochene Steinklötze können zu feinerem Baumaterial verarbeitet werden. Und damit unsere Wikinger nicht unter Bäumen schlafen müssen [sic!], errichten wir noch Wohnzelte in der Nähe ihrer Arbeitsstätten.

Der Aufbau der Gemeinschaft findet auf kleinen, extrem hügeligen Inseln statt, den Valhalla Hills. Anstatt die Gebäude also auf einer perfekt geplätteten Landschaft in isometrischer Darstellung platzieren zu können, sind wir beim Bau der Ansiedlung mit starkem Gefälle und einer nahezu freien Rundumsicht konfrontiert. Je stärker das Gefälle, desto größer muss das Podest für das Gebäude ausfallen, was wiederum die Materialkosten in die Höhe treibt. An zu steilen Plätzen lassen sich die Gebäude wiederum gar nicht erst errichten.

Valhalla Hills: Persönlichkeiten

Die Wikinger unserer Dörfer sind keine namenlosen Handlanger, deren Zahl in die Tausende geht. Ihre Anzahl ist überschaubar und wächst mit Fortschreiten der Mission. Rund zwei Dutzend weibliche und männliche Recken mit Namen wie Björn, Greta, Erik oder Jette begleiten uns dabei von Insel zu Insel, übernehmen alle Aufgaben, die gerade anfallen, allerdings ohne sich direkt von uns befehligen zu lassen.

Ein Beispiel: Bauen wir ein Armeelager, dann bewaffnen sich die Wikinger selbst. Sie orientieren sich lediglich an der Vorgabe, wie viele Axt- und Bogenkämpfer wir wünschen. Zumindest sollten sie sich selbst bewaffnen. Denn die Wikinger müssen sich einfache Waffen wie Äxte und Bögen selber bauen. Für eine Axt werden ein Ast und ein Stein benötigt. Selbst wenn die Rohstoffe in den nahen Lagern oder Produktionsstätten verfügbar sind, schaffen es die Nordlichter leider nicht immer, ihr Kampfgerät zusammenzubauen. Ab und an hilft dann nur, das Armeelager so lange zu versetzen, bis auch der letzte Wikinger armiert ist.

Obowohl wir nicht gegen andere Götter und Wikinger antreten, sind die Armeelager dennoch von zentraler Bedeutung. Damit unsere Wikinger den Übertritt nach Asgard wagen und sich vermutlich wieder eine Retourekutsche abholen zu können, müssen sie ein Portal öffnen, das von feindlichen Kreaturen bewacht wird. Sobald wir das Portal öffnen, strömen die Gegner heraus. Unsere um das Portal platzierten Armeelager fangen die Gegner ab und erledigen sie, um das Dorf zu schützen. Sind alle Gegner besiegt, ist die Mission beendet.

Valhalla Hills: Fazit

Early Access. Das ist der aktuelle Status von Valhalla Hills. Das Spiel ist also weit entfernt davon, fertig zu sein. Hier und dort hakt es noch gewaltig und es müssen noch verschiedene Optimierungen her. Wer etwa zu Beginn nicht sofort ein Holzfällerlager errichtet, kann die Mission dank Rohstoffmangels nicht fortführen. Auch eine schnelle Darstellung, welche Rohstoffe aktuell überhaupt verfügbar sind, fehlt. Die versteckt sich stattdessen in einer schwer zu lesenden Grafik, die vor allem den zeitlichen Verlauf der Rohstoffmengen darstellt. Auch die Kameraführung benötigt noch Feinarbeit. In einigen Fällen lassen sich Gebäude gar nicht auswählen, weil sie hinter anderen Gebäuden komplett verschwinden.

Diesen Kinderkrankheiten zum Trotz bereitet Valhalla Hills derzeit viel Spaß und trägt die richtige Mischung aus Genen, die ein gutes Aufbaustrategiespiel ausmachen. Anstatt endlos an einer einzigen Karte weiterzuspielen, fängt der Spieler zudem immer wieder von vorne an, sobald er das Portal geöffnet und alle Gegner besiegt hat. Mit dem Start der nächsten Mission werden dann auch weitere Gebäudetypen freigeschaltet und die Karten größer.

Zum Early Access-Start gibt es Valhalla Hills bei Steam um 20 Prozent rabattiert für 15,99 Euro. Derzeit läuft das Spiel nur unter Windows, verfügt nur über einen Einzelspielermodus, kann aber bereits mit Steam Errungenschaften und Steam Sammelkarten aufwarten.