Warface, der teambasierte First-Person-Shooter, hat kürzlich mit Endlose Weiten ein umfangreiches Content-Update erhalten. Wir haben die Gelegenheit genutzt und den Free-to-Play-Titel angespielt und einem Review unterzogen.

Warface ist ein seit Juli 2014 bei Steam erhältlicher teambasierter First-Person-Shooter von Crytek, den Far Cry- und Crysis-Machern. Mit vier verschiedenen Klassen stürzt Ihr Euch entweder zusammen im Koop-Modus oder gegeneinander im Versus-Modus in den Machtkampf zwischen der Eliteeinheit Warface und dem korrupten Militärgiganten Blackwood. Das Spiel ist kostenlos und finanziert sich dementsprechend über Ingame-Käufe sowie mit kostenpflichtigen Inhalten in Form von Bonus-Packs.

Das kooperative Warface

Spielen lässt sich Warface entweder in Form von Koop-PvE-Missionen oder verschiedenen Versus-PvP-Kämpfen. Das Spiel setzt seinen Fokus dabei sehr stark auf gemeinsames Spielen und die Interaktion mit Euren Mitspielern, so dass ihr zum Beispiel über hohe Mauern nur mithilfe eines Kameraden kommt und euch so einen taktischen Vorteil verschaffen könnt.

Bei den Koop-Missionen tretet Ihr grundsätzlich als Team gegen die KI an und kämpft Euch gemeinsam durch verschiedene Karten. Dabei gilt es unterschiedliche Aufgaben und Ziele abzuschließen. Mal muss ein Helikopter vom Himmel gepustet werden, mal ein bestimmter Feind ausgeknipst oder auch mal eine Stellung gehalten werden. Die einzelnen Ziele werden mit Voranschreiten in der Mission freigeschaltet. Bonusziele verlangen von Euch beispielsweise während des Slidens zwei Kopfschüsse zu landen.

Der Wiederbelebung kommt in den Koop-Missionen besondere Bedeutung zu. Sollte das gesamte Team der KI zum Opfer fallen, so ist die Mission gescheitert. Wiederbelebungen sind dabei nur durch Eure Teamgefährten, etwa den Sanitäter, begrenzt durch vorhandene Wiederbelebungsmünzen oder aber an Checkpoints möglich. Ohne ordentliches Zusammenspiel sind die Missionen dabei kaum zu bewältigen. Dank verschiedener Aufgaben, Schwierigkeitsgrade und Karten stehen täglich neue Koop-Missionen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es mit „Überleben“ einen Koop-Modus, mit noch anspruchsvolleren und schwereren Missionen für erfahrene Spieler. Mit Endlose Weiten hat Crytek zudem erst vor wenigen Tagen das Spiel um einen ganzen Schwung neuer Koop-Missionen in Afrika erweitert.

Das kompetitive Warface

Im Versus-Modus treffen Spieler auf Spieler, gruppiert in zwei Teams von bis zu acht. Insgesamt sieben PvP-Varianten hat Crytek im Spiel umgesetzt, angefangen bei Team Deathmatch, in dem zwei Teams einfach so viele Abschüsse wie möglich holen müssen, über Sturm, bei dem ein verteidigendes ein angreifendes Team abweheren muss, bis hin zu Bombe legen, Jeder gegen Jeden, Eroberung, Zerstörung und Beherrschung. Je nach Spielart sind die Runden unterschiedlich lang und ein Zusammenspiel mehr oder weniger wichtig. Durch die kurzen Wiederbelebungszeiten sind die Runden dabei dynamisch und durch die vielen verschiedenen Karten auch sehr abwechslungsreich.

Ungleichgewicht der Klassen

Ihr habt sowohl beim Koop wie auch beim Versus die Wahl aus vier Klassen. Euer Charakter kann vor jedem Match entsprechend seiner Klasse mit Primär- und Sekundärwaffen sowie mit Rüstung und Zubehör ausgestattet werden. Anfangs ist die Auswahl übersichtlich. Für die Waffen schaltet Ihr im Spiel nach und nach aber Zubehör wie Visiere oder Schalldämpfer frei.

Bei den Koop-Missionen ist es sehr hilfreich zumindest einen Medic respektive Sanitäter im Team dabei zuhaben, der seine Kameraden mit Medipacks am Leben hält und gegebenenfalls auch an Ort und Stelle per Elektroschock wieder zurück ins Gefecht holen kann. Zusammen mit Schützen und Scharfschützen entsteht so eine gute Mischung und schlagkräftige Gruppe. Den Engineer habe ich in den Koop-Missionen hingegen kaum angetroffen.

Im PvP sieht die Klassenverteilung deutlich anders aus. Der Schütze und der Scharfschütze scheinen am effektivsten oder am vielseitigsten einsetzbar zu sein. Zumindest sieht man beide Klassen besonders oft über die Schlachtfelder ziehen. Der Engineer ist hingegen dann recht häufig mit dabei, wenn Bomben zu legen respektive zu entschärfen sind. Gleichzeitig kann der Engineer Objekte auch mit Minen sichern. Medics hingegen sind ziemlich selten, da sie aufgrund des schnellen Spiels und der kurzen Wiedereinstiegszeit kaum die Chance haben, einen Kameraden zu heilen oder gar wiederzubeleben.

Ausrüstung freischalten oder kaufen

Für alle Klassen könnt ihr neue Waffen, Ausrüstungen und Skins entweder im Spiel freischalten oder mit Ingame-Währung im Shop kaufen. Interessant ist dabei, dass einige im Shop erhältliche Waffen und Ausrüstungsgegenstände nur für eine bestimmte Zeit erworben werden und sie nach Ablauf dieser Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen, oder dann neu gekauft werden müssen. Darauf wird jedoch eindeutig hingewiesen.

Für abgeschlossene Koop-Missionen und Versus-Gefechte erhaltet Ihr genreüblich Erfahrung, Ingame-Währung und schaltet neues Equipment oder neue Waffen frei. Die schwereren Überlebensmissionen belohnen Euch dabei mit deutlich besserer Belohnung. Zudem könnt Ihr durch Abschließen von täglichen Quest zusätzliche Ingame-Währung erhalten. Wenig überraschend: Die Ingame-Währung ist auch im Austausch für Echtgeld erhältlich.

Guter Eindruck trotz Verbesserungspotenzials

Warface macht insgesamt einen guten Eindruck. Die Steuerung ist anderen First-Person-Shooter so ähnlich, dass sich das Spiel intuitiv gut spielen lässt. Das Tutorial bereitet einen angenehm kurz aber präzise auf das Spiel mit den beiden Klassen Schütze und Scharfschütze vor. Der Sanitäter und der Engineer werden erst etwas später freigeschaltet und in dann optionalen, ebenfalls kurzen Tutorials vorgestellt.

Für eine Menge Laune sorgt der Slide, ein spezieller Move, mit dem Ihr Euch rutschend über die Karte fortbewegen könnt. Damit lassen sich kurze Strecken schnell überwinden, der Slide verringert die Trefferfläche für die Gegner und gleichzeitig kann man während eines Slides auch feuern.

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Die Koop-Missionen sind zwar recht linear gestaltet, machen in einem guten Team aber viel Spaß. Der PvP-Modus bietet durch die sieben Spielmodi und die vielen verschiedenen Karten reichlich Abwechslung. Zu verbessern ist daran gleich zweierlei: einerseits das Matchmaking, andererseits das Teambalancing. So dauert das Matchmaking mitunter ziemlich lange und führt gelegentlich zu unausgewogenen Teams. Nicht nur, was das Spielkönnen angeht, sondern auch hinsichtlich der Spielerzahl. Gleich in meinem ersten Match standen beispielsweise acht Verteidiger lediglich drei Angreifern gegenüber.

Kommen wir zum kritischsten Punkt, wenn es um Free-to-Play-Titel geht: das böse Pay-to-Win. Auch wenn viele es postulieren, ist Warface meiner Meinung nach kein Pay-to-Win-Titel. Selbst wenn man bereit sein sollte, viel Geld in das Spiel zu investieren, bringt die bessere Ausrüstung nichts, wenn man nicht zusammen im Team spielt oder den Gegner schlichtweg nicht trifft. Zudem sind die unterschiedlichen Ausrüstungsgegenstände schnell erspielt und der mögliche Kaufvorteil ist somit nur vorübergehend.

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  • Verfolge ‚Warface‘ bereits seit der Beta und spiele es seit einigen Monaten recht gerne. :) Ironischerweiße haben mich ausgerechnet Cryteks finanziellen Probleme nochmal dazu gebracht dem Spiel nochmal ne Chance zu geben. Zur Beta fand ich es zwar eindrucksvoll, was für ein grafisch aufwendiges Spiel Crytek da im Browser zum Leben erweckt hat, es spielerisch aber eher mau.. mittlerweile liebe ich das sliden und meinen Medi. :D
    Danke für das Giveaway. ^-^ Kann Cryteks weiteren Spiele gar nicht erwarten und hoffe wirklich sie rappeln sich auf, wäre zu schade um ein solch großartiges Deutsches Entwicklerstudio.