In Medieval Engineers schlüpft ihr in die Rolle eines mittelalterlichen Bauherrn und habt so die Möglichkeit, verschiedene Gebäude oder mechanische Konstruktionen zu erschaffen. Wegen fehlender Langzeitmotivation bricht dieses Spielprinzip aber schnell in sich zusammen.

Während Architekten heutzutage aufgrund umfangreicher mathematischer und physikalischer Kenntnisse gigantische Bauwerke erschaffen können, waren sie im Mittelalter vor allem auf Erfahrung und nicht selten Improvisation angewiesen. Der Early-Access-Titel Medieval Engineers von Keen Software House, die sich unter anderem auch für Space Engineeres verantwortlich zeichnen, setzt Euch in einer Sandbox-Welt aus, die Ihr aus der Ego- oder Schulterperspektive erkundet und dort Eure Gebäude und Konstruktionen hochzieht.

Kreatives Spiel oder Überleben?

Das Spiel bietet Euch dabei derzeit drei verschiedene Spielmodi: Kreativer Modus, Überlebenmodus und Battle. Im kreativen Modus habt Ihr unbegrenzte Ressourcen. Eure Gebäude werden ohne Zeitverzögerung gebaut. Ihr seid zudem unverwundbar und könnt optional fliegen, um noch einfacher Eure Gebäude zu errichten oder an schwierige Stellen zu gelangen. Im Überlebenmodus könnt Ihr sterben, etwa dann, wenn Eure Konstruktionen über Euch zusammenbrechen. Das Fliegen ist hier allerdings nicht möglich. Weitere Funktionen für diesen Spielmodus sollen nach und nach mit den Updates eingebracht werden. Vermutlich wird es um Ressourcenabbau und darum gehen, sich Gegner vom Hals zu halten. Wie sich der Überlebenmodus tatsächlich entwickeln wird, bleibt also abzuwarten. Im Battle versucht Ihr entweder als Angreifer die Königsstatue Eures Gegners zu vernichten oder als Verteidiger diese zu beschützen.

Beim Schnellstart beginnt Ihr automatisch im kreativen Modus auf einer Standardkarte. Alternativ habt Ihr auch die Möglichkeit, eine benutzerdefinierte Welt zu erschaffen, bei der Ihr den Spielmodus frei festlegen, die Karte wählen und einige Einstellungen vornehmen könnt, wie zum Beispiel die Länge des Tag-Nacht-Zyklus‘ oder ob eine strukturelle Integrität vorhanden ist. Ihr könnt alle Karten und Spielmodi kooperativ oder kompetitiv mit bis zu 16 Spielern spielen.

Wer bereits den Vorgänger Space Engineers gespielt hat, wird sich in Medieval Engineers schnell zurechtfinden. Allen anderen bleibt aufgrund des fehlenden Ingame-Tutorials nur das Video-Tutorial oder der ständige Blick ins Steuerungsmenü. Nur wenig Hinweise zur Steuerung und zum Spiel sind als optional zuschaltbare Tooltips verfügbar.

Die Grenzen Eurer konstruktiven Möglichkeiten

Eurer Fantasie sind beim Bauen und Konstruieren ein paar Grenzen gesetzt: Die Auswahl an Baumaterialien und Werkzeugen ist entsprechend der Mittelalterzeit eingeschränkt und die Karten sind verhältnismäßig klein. Sie bieten dabei entweder freie ebene Flächen, Hügelland oder bereits bestehende Gebäude wie Türme oder Burgen. Unbegrenzten Platz zum Ausbreiten bietet keine der Karten. Jedoch könnt Ihr mit einigen speziellen Werkzeugen die Karten verändern und Berge erschaffen oder das Gelände bearbeiten. Zudem dürft Ihr die Gebäude natürlich nicht nur errichten, sondern durch Schleudern von Steinbrocken gezielt zum Einsturz bringen. Das Abreißen macht durch die gut umgesetzte Bauphysik besonders viel Spaß. Mit Seilen, Kurbeln und Federn ist es auch möglich, mechanische Konstruktionen wie Zugbrücken oder Katapulte bauen. Die Steuerung ist dabei allerdings so unpräzise, dass ich den Katapultbau nach einiger Zeit entnervt aufgegeben habe.

Guter Ansatz mit fehlender Langzeitmotivation

Medieval Engineers befindet sich noch in der Early Access-Phase. Die Entwicklung und Optimierung schreitet stetig voran. Regelmäßig werden Updates und Verbesserungen eingespielt. Die Idee und das Konzept des Spiels zeigen gute Ansätze. Alles in allem konnte mich Medieval Engineers jedoch nicht überzeugen. Nach dem Errichten und Einreißen des ersten Gebäudes stellte sich mir die Frage: „Und was nun?“. Es fehlt mir eine Langzeitmotivation und der Anreiz, weiterzubauen. Zudem fehlt mir mehr Auswahl an Baumaterialien sowie eine bessere und präzisere Steuerung. Fans des Genres und von Space Engineers werden hier allerdings voll auf Ihre Kosten kommen.

  • Malfrador

    Solange das Spiel keine unbegrenzte Welt besitzt fehlt wohl die Langzeitmotivation, das stimmt. Da diese und einige andere Features aber schon angekündigt sind ist das nicht wirklich schlimm. Space Engineers hatte zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht wirkliche viel und war nicht sehr spannend ;)