Smach Z sollte eine portable Steam Machine werden. Ein Erfolg der Kickstarter-Kampagne schien aber von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Schuld daran waren vor allem viele unternehmerische Fehlentscheidungen. Mittlerweile hat das Projekt-Team die Kickstarter-Kampagne abgebrochen.

Die Finanzierungsrunde sah insbesondere in den letzten Tagen nicht mehr wirklich vielversprechend aus. 160.000 Euro hatte die Kickstarter-Kampagne des Smach Z eingesammelt. 900.000 Euro wollte das Smach Team insgesamt einsammeln. Damit hätten sie die erste portable Steam Machine entwickeln, produzieren und auf den Markt bringen wollen. Die Summe sei ein sehr ambitioniertes Ziel gewesen, erklärte das Smach Team jetzt und sah die Chancen als zu gering an, die knapp 1 Million Euro tatsächlich einsammeln zu können. Gestern wurde die Kampagne deshalb abgebrochen. Das Ziel sei jetzt, andere Geldmittel aufzutreiben und die Kampagne mit einem niedrigeren Funding-Ziel erneut zu starten.

It’s a very ambitious goal.

Dabei startete die Kampagne gut. Über 74.000 Euro kamen am ersten Tag zusammen, weitere knapp 50.000 Euro folgten tags darauf. Dann ebbte das Interesse aber merklich ab. Nach einer Woche gab es sogar eine negative Tagesbilanz. Kein Wunder. Das Smach Team hatte viele, vor allem unternehmerische, Fehlentscheidungen vor und während der Crowdfunding-Kampagne getroffen. Der sicherlich gravierendste Fehler: Es gibt keinen Prototypen, nur eine Idee und ein paar Skizzen. Es ist schwierig, ausschließlich mit einem Gedankenspiel nahezu siebenstellige Gelder zu bekommen. Das Risiko, dass das Projekt scheitert und die Backer ihre Investition verlieren, ist hoch.

Smach Z: Viele Fehlentscheidungen

Weitere Fehlentscheidungen: Von einem zwischenzeitlich angekündigten Upgrade auf ein 1080p-Display war später nur noch in Form eines Stretchgoals die Rede. Gleiches gilt für den Speicher des Pro-Modells, der nur bei Erreichen einer bestimmten Summe auf 64 GByte aufgestockt worden wäre. Spezifikationen wie die Taktung des AMD System-on-a-Chip fehlten ebenfalls. Obendrein forderten viele Kampagnen-Unterstützer eine Windows-Version des Smach Z. Sicherlich aufgrund der vielen Fortschritte bei Windows 10 im mobilen Bereich die bessere Kombination. Die Spieleauswahl wäre zudem mit Windows größer gewesen. Unrealistisch: Der angekündigte Termin, Smach Z im Oktober 2016 an die Backer auszuliefern. Schließlich hätte innerhalb eines Dreivierteljahres die gesamte Entwicklung und Produktion abgeschlossen werden müssen. Ein kleines Problem und der Zeitplan wäre nicht mehr zu halten gewesen.

Was übrig bleibt ist Ernüchterung. Die Steam Machines selbst wollen nicht richtig zünden – die Idee einer portablen Steam Machine klang daher grundsätzlich vielsprechend. Anstatt eine mobile Spielekonsole zu entwickeln, hätte das Smach Team vielleicht mit einem Streaming-Client ähnlich dem Steam Link anfangen sollen. Der Haupt-PC hätte das Spiel gerendert, der Smach Z dann nur noch den Stream dargestellt. Die neue Kampagne soll irgendwann in den nächsten Monaten starten. Derweil sammelt das Smach Team Feedback ein.