Microsoft hat auf der GDC Europe 2015 die universellen Spiele angekündigt. Sie sollen sowohl auf der Xbox One als auch unter Windows 10 laufen und den Spieleentwicklern nur wenige Stunden Portierungsarbeit abverlangen. Damit bringt sich Microsoft gegen Valve in Stellung.

Nach den Universal Apps – das sind Programme, deren Code sowohl auf Windows-PCs als auch Windows-Smartphones ausgeführt werden können -, kündigt Microsoft jetzt die universellen Spiele an. Universelle Spiele sollen sowohl auf der Xbox One als auch auf PCs mit Windows 10 laufen. Damit würde Microsoft als erster Hersteller überhaupt die beiden bislang getrennten – und teilweise verfeindeten – Lager der PC-Spieler und Konsoleros zusammenbringen.

Möglich wurden universelle Spiele, nachdem Microsoft Anpassungen am Compiler vorgenommen und ihn modularisiert hat. Entwicklern könnten nun mit wenig Aufwand ihre Spiele sowohl für Windows 10 als auch für die Xbox One kompilieren. Die Portierung soll ohne großen Aufwand und innerhalb von wenigen Stunden erledigt sein. Gekauft werden solche Spiele dann in einem einheitlichen Shop. Kunden müssten nur noch einmal für ein Spiel bezahlen und könnten es dann sowohl auf der Xbox One als auch dem PC spielen – und in einigen Fällen sogar auf Windows-Smartphones.

Überraschend ist der Schritt der universellen Spiele nicht. Microsoft hat schon vor Monaten ankündigt, eine Betriebssystembasis über alle Plattformen hinweg, vom PC über Smartphones und Tablets bis hin zu Kleinst-PCs wie dem Raspberry Pi, anbieten zu wollen. Microsoft erweitert und stärkt mit den universellen Spielen seine bereits in Gang gesetzte Strategie und wappnet sich gegen das Quasi-Monopol von Valve beim digitalen PC-Spielevertrieben und die marktbeherrschende Stellung von Sony bei den Konsolen.

Die Strategieerweiterung Microsofts setzt Valve gehörig unter Druck. Mit SteamOS will Valve ein quelloffenes Spielebetriebssystem auf der Basis von Linux als Alternative zu Windows anbieten. Die Steam Machines sollen dann Konsolen-PCs mit eben jenem SteamOS werden. Ein Schlüsselargument für SteamOS seitens Valve war, dass es die Hardware-Ressourcen besser nutzen können soll als Windows. Daran Microsoft aber bereits gearbeitet und mit DirectX 12 eine derart überarbeitete Grafik-Bibliothek auf den Markt gebracht, dass vom ehemaligen Overhead und verpuffter Rechenleistung kaum noch etwas zu spüren ist.

  • Zottelchen

    Tja, dank Windows 10 bin ich bereits in den Genuss von XBOX-Dingen gekommen. So super Sachen wie:
    – zahle 9,99€ für eine NAMENSÄNDERUNG (Steam: kostenlos. so oft du willst)
    – zahle Unsummen für Kleidung für dein virtuelles Avatar. Du kannst im übrigen kein selbsterstelltes Bild nutzen (Steam: Stell einfach das Bild ein, das dir gefällt)
    – von Xbox Gold-Mitgliedschaften will ich garnicht erst reden

    Und dann gibt es da noch ein Problem welches ich an der Windows 10 Version von Minecraft gut festmachen kann: Konsolensteuerung auf dem PC ist furchtbar.

  • Shadowsith

    Hoffentlich kann Valve mit den Steam Machines und weiteren Portierungen auf Linux punkten, Microsoft muss mal anständig in die Schranken gewiesen werden.